Ex-Basket Andrej Mangold in „Die Höhle der Löwen“

Deal mit Ralf Dümmel für "Das Kaugummi" geplatzt

Köln/Bonn. Andrej Mangold, ehemaliger Basketballprofi der Telekom Baskets, buhlte am Dienstagabend in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ um die Gunst der Investoren. Mit seinen Partnern stellte er "Das Kaugummi" vor.

Mit seinen beiden Partnern Ingo Hofmann und Marcel Graf traute sich der ehemalige Telekom-Baskets-Profi Andrej Mangold am Dienstagabend in die "Höhle der Löwen" beim Fernsehsender Vox. Das Trio suchte einen Investor für ihre Firma "Das Kaugummi". Und es fand mit Ralf Dümmel auch einen. Für ein Investment von 250.000 Euro wollte er 20 Prozent der Firmenanteile. Die Gründer schlugen zu.

Doch zum in der Sendung vereinbarten Deal ist es nach der vor einigen Monaten aufgezeichneten Show nicht gekommen. "Wir sind in enger und guter Abstimmung auseinander gegangen und haben eine andere Form der Zusammenarbeit, eine Vertriebskooperation, gefunden. Wir konnten das Produkt in Geschäften wie Rewe, Karstadt, Edeka, Maxxworld und Netto online platzieren", erklärte eine Sprecherin von DS Produkte, bei der Ralf Dümmel Gesellschafter ist.

Man sei ein strategischer und kein reiner Finanzinvestor, und im Rahmen der Due-Dilligence-Prüfung (der Risikoprüfung) sei keine gemeinsame Ausrichtung gefunden worden. Insgesamt seien aber mehr als 70 Prozent der Deals aus der Show auch abgeschlossen worden.

Ohne Groll blickt Ex-Baskets-Profi Mangold auf die "Höhle der Löwen" zurück: Das sei wie ein Speed Dating. "Wir waren zwei Stunden dort, der Dialog mit dem Wunschpartner dauert danach natürlich viel länger, um zu prüfen, ob man zueinander passt. Dabei haben wir festgestellt, dass DS Produkte uns natürlich beim Vertrieb sehr unterstützen kann, unsere Ausrichtung ist aber eine andere. Daher hat es nicht gepasst." Trotzdem "sind wir gute Freunde", und man sei eine Vertriebskooperation eingegangen. Und nach der Sendung am Dienstagabend habe es natürlich ein großes Feedback gegeben.

Mit dem eigenen Unternehmen sei man sehr zufrieden. Mittlerweile habe man zwei große Kunden, die Drogeriemarktkette Budnikowsky und die Tegut-Gruppe mit knapp 280 Filialen im Lebensmitteleinzelhandel.

Rückblick: Die Idee für "Das Kaugummi" war an der Supermarkt-Kasse entstanden: Ingo Hofmann aus Gießen, ein Freund Andrej Mangolds aus der frühen Basketball-Phase und Gründer einer Salatbar-Kette, war auf der Suche nach einer neuen Idee. "Er ist gezielt losgezogen", sagt Mangold, "hat die Augen offen gehalten, wo er Potenzial findet." An der Supermarkt-Kasse kam ihm die zündende Idee: Kaugummi.

"Er rief mich an und fragte, ob ich mir das vorstellen könnte. Ich konnte. Und seit dem haben wir aus einer Idee 'Das Kaugummi' gemacht", erinnert sich Mangold. Etwa zwei Jahre hat das gedauert.

Am Dienstagabend stand der 29-jährige Basketballprofi, der bis zum Ende der vergangenen Saison bei den Telekom Baskets Bonn gespielt hat, dann gemeinsam mit seinen Partnern Hofmann und Graf - im Übrigen ein Neffe von Schauspieler Til Schweiger - in der "Höhle der Löwen". Das Trio will die Marke der Firma bekannter machen und das zuckerfreie Kaugummi flächendeckend in die Läden bringen.

Aus diesem Grund boten die Gründer den "Löwen" zehn Prozent ihrer Firmenanteile für ein Investment von 250.000 Euro an. Als nächstes Ziel planten sie einen Jahresumsatz von 1,3 Millionen Euro und wollten in weitere Supermärkte und Drogeriemärkte expandieren.

Jurorin Judith Williams lobte Mangolds Produkt: "Es schmeckt überhaupt nicht künstlich." Das Kaugummi gibt es in den Sorten Orange-Ingwer, Zitrone-Basilikum und Holunderblüte-Minze. Carsten Maschmeyer lobte das Selbstbewusstsein der Gründer "Das Kaugummi" sei ein guter Name. So etwa habe bislang ja nur VW mit "Das Auto" gemacht.

Zunächst bot Ralf Dümmel den Gründern das Geld für 20 Prozent der Anteile an: "Ich glaube, dass ich Euch helfen kann. Typen zählen. Ihr seid überzeugend, und ich bin es auch."

Dann zogen die Investoren Carsten Maschmeyer und Frank Thelen mit einem gemeinsamen Angebot nach, das mit Dümmels identisch war. Die Gründer um den Basketballprofi mussten sich nun entscheiden. Nach kurzer Diskussion wählte das Team dann "Löwe" Ralf Dümmel.

"Ralf Dümmel war einfach unser Favorit und ich denke, er kann uns in den Bereichen, die wir jetzt brauchen einfach helfen", sagte Mangold. Der Einzelhandel ist ein großes Thema für uns. Daher können wir mit dem Partner Ralf Dümmel den Turbo zünden", fand Schweiger-Neffe Graf. "Er hat genau das, was wir suchen." Am Ende hat es dann aber doch nicht gepasst.