Start der fünften Staffel

Bonnerin überrascht in der Höhle der Löwen

Diese Start-ups stellten sich ebenfalls vor

Staubsaugeraufsatz aus Wuppertal

Erfinder Tobias Gerbracht (20) hatte eine Idee für ein Haushaltsgerät mitgebracht: Der Design-Student präsentierte in der "Höhle der Löwen” den Staubsauger-Aufsatz "Catch>>UP”. Denn viele würden das Problem kennen, ein kleines Objekt durch einen Staubsauer zu verlieren. Schnell verschwinden kleine Teile wie beispielsweise Schmuck, Schrauben, Münzen oder Spielzeug im Staubsaugerbeutel.

Wer zum Beispiel einen Ohrring mit dem Aufsatz von Gerbracht einsaugt, muss nicht mehr mühsam den Beutel durchforsten, weil ein grobes Objekt nicht eingesaugt wird und in den Aufsatz gelangt, der unter dem Rohr befestigt ist. Gerbracht entdeckte bereits mit sechs Jahren seine Erfinder- und Forscherleidenschaft. Er gewann zweimal den Wettbewerb "Jugend forscht".

Den Staubsaugeraufsatz konnte der junge Mann bislang nicht auf den Markt bringen, weil ihm die finanziellen Mittel fehlten. Sein Start-up bietet er den Investoren für 100.000 Euro zu 35 Prozent Anteilen an. "Sie sind klasse", so Maschmeyer, "Sie gehen hier nicht raus unter 100.000 Euro". Auch Ralf Dümmel zeigte sich begeistert und warb selbstbewusst um den Kandidaten. Gerbracht entschied sich dann auch für ihn.

Die Höhle der Löwen am 4. September.

Tobias Gerbracht mit dem "Catch>>UP".

Leuchtendes Mosaik aus Berlin

"Wir bringen Magie an Ihre Wände”, versprachen Florian Nübling (36) und Tiziana Kleine (50) den "Löwen" mit ihrem Produkt "Volatiles”.  Dabei handelt es sich um Lichtmodule, die Millionen von Farben darstellen können. Durch Mosaiksteine, die man berühren kann, lässt sich mit Streichen über die Wand die Lichtfarbe ändern oder ein Muster auf die Wand zeichnen. Mittels einer App ist die Wand außerdem bedienbar.

Laut den Erfindern sind die Mosaiksteine weltweit einzigartig. Thelen fand das Produkt "hochwertig". Eine Zwei-Quadratmeter-Wand kostet 10.000 Euro. Der Preis eines Moduls beläuft sich auf 99 Euro. Für ihre Erfindung wollten die Gründer 500.000 Euro von den "Löwen" bekommen und boten dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile.

Es stellte sich bei der Bewertung der Löwen heraus, dass die Mosaikwand für den deutschen Markt nicht geeignet sei. Nachdem fast alle Löwen abgesagt hatten, blieb den Gründern nur noch Carsten Maschmeyer, der Interesse äußerte, aber auf die schlechte Bewertung hinwies. Maschmeyer schlug letztendlich doch bei 20 Prozent zu.

Die Höhle der Löwen am 4. September.

Die Weltneuheit "Volatiles”.

 

Sportmode für Frauen aus Hamburg

Im Studium lernten sich Silja Stallbaum (23), Lara Stallbaum (23), Marius Krüger (29) und Jonas Detlefsen (23) kennen. Marius und die Zwillinge Lara und Silja hatten ein gemeinsames Hobby: Cheerleading. Ihr Ziel ist es, die gemeinsam entwickelte Sportbekleidung in Deutschland zu etablieren.

Bei Swedish Fall - benannt nach einem Stunt beim Cheerleading - handelt es sich um Sportbekleidung für Frauen, die funktional und und stilvoll sein soll. Die Shorts und Leggins statteten die Jungunternehmer mit Anti-Rutsch-Noppen aus, die bei speziellen Hebefiguren besseren Halt geben sollen. Um das zu erreichen, benötigten die vier Hamburger Gründer und Gründerinnen, die jeweils 25 Prozent an dem Unternehmen halten, sowie 180.000 Euro. Sie boten dafür 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Einige Löwen schreckte es ab, dass die Gründer ausschließlich online verkaufen wollen. Zudem: "Die Nische ist mir zu klein", sagte Maschmeyer. "Ich würde gerne mit euch arbeiten, aber das Produkt ist nicht meins", so Thelen. Reich an Erfahrung, aber nicht mit einem guten Deal in der Tasche mussten die vier Hamburger die Höhle verlassen.

Die Höhle der Löwen am 4. September.

Swedish Fall: Sportbekleidung für Frauen.

Neues Haareschneiden dank Calligraphen

Der Friseurmeister und internationale Friseurtrainer Frank Brormann (53) aus Oelde im Münsterland hat bereits in 69 Ländern Haare geschnitten. Der Mann, der sich selbst als "Tüftler" bezeichnet, will auf die gewöhnliche Schere beim Frisieren verzichten. Sein Plan: Mit den sogenannten "Calligraphen" will er eine neue Herangehensweise etablieren, Haare zu schneiden. "Das wird eine Lawine auslösen", sagte der selbstbewusste Unternehmer.

Mit dieser Technik werden die Haare mit einer Art Messer in einem bestimmten Winkel schräg angeschnitten. Das Haar soll so mehr Fülle erhalten, elastischer werden und besser frisierbar sein. Brormann benötigt 500.000 Euro und bietet 20 Prozent seiner Firmenanteile.

Um sich von dem Produkt zu überzeugen, dürfen die Löwen beim Haareschneiden selbst Hand anlegen. Aufmerksam verfolgten die Investoren die Arbeit mit dem Calligraphen. Thelen findet den Erfinder "stark". "Einer der stärksten Auftritte, die ich je gesehen habe", so Ralf Dümmel. Es entwickelt sich ein spannendes Finale: Weil der Unternehmer die Jury überzeugt hat, schließen sich Wöhrl und Maschmeyer zusammen und bieten ihm sogar eine Million Euro für 25 Prozent. Williams und Thelen zogen nach, schlossen sich ebenfalls zusammen und offerierten ebenfalls eine Million. Brormann entscheidet sich letztlich für Williams und den Bonner "Löwen" Frank Thelen.

Die Höhle der Löwen am 4. September.

Frank Brormann mit dem Calligraphen.

Mehr zum Thema "Höhle der Löwen" gibt es in unserem Special.