Auktion in London

Beethovens Locke für 39.000 Euro versteigert

Beethoven-Portrait von Karl Joseph Stieler.

Beethoven-Portrait von Karl Joseph Stieler.

12.06.2019 LONDON. In London ist eine Locke von Ludwig van Beethoven versteigert worden. Vor knapp 200 Jahren soll sich der Bonner Komponist die Locke selbst abgeschnitten haben.

Eine Locke von Ludwig van Beethoven (1770-1827) wurde in London versteigert. Der Bonner Komponist soll sie sich selbst vor knapp 200 Jahren abgeschnitten und seinem Freund Anton Halm gegeben haben, wie das Auktionshaus Sotheby's in London mitteilte. Nun wurde die Locke für 35.000 Pfund (mehr als 39.000 Euro) versteigert. Die dunkelbraun-grauen Strähnen wurde zunächst auf einen Wert von 15.000 Pfund (knapp 17.000 Euro) geschätzt.

Hinter der Locke stecke "wohl die beste Geschichte" aller Objekte, die im kommenden Monat versteigert werden, sagte Simon Maguire, Direktor und Experte für Bücher und Manuskripte im Auktionshaus. Demnach soll Halm den Musiker um eine Locke für seine Frau Maria gebeten haben. Dieser soll seinem Freund zunächst einen Streich gespielt und Haare einer Ziege zugeschickt haben.

Beethoven leugnete aber nach Halms Worten, den Freund hereingelegt zu haben, und schob die Schuld auf andere. "Du wurdest betrogen mit dieser Haarlocke!", habe der Komponist ausgerufen und seinem Freund eine beachtliche Menge seiner wahren Haarpracht geschenkt.

Beide hatten sich angefreundet, als Halm Beethovens Stück Große Fuge op. 133 für zwei Klaviere arrangierte. Die Locke gab der Pianist und Komponist Halm vor seinem Tod 1872 seinem Schüler Julius Epstein. Nach dessen Tod blieb sie im Familienbesitz.

(mit Material von dpa) (general-anzeiger-bonn.de)