"Tierischer Aufstand"

Ausstellung über Bremer Stadtmusikanten

Eine Mitarbeiterin des Museums schaut sich in der Ausstellung "Tierischer Aufstand" Siebdrucke von Mark Dion an.

Eine Mitarbeiterin des Museums schaut sich in der Ausstellung "Tierischer Aufstand" Siebdrucke von Mark Dion an.

23.03.2019 Bremen. Die Bremer Stadtmusikanten feiern ihr 200-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass erhalten sie eine Ausstellung, die über mehrere Monate geöffnet bleibt. Begleitet wird die Schau von Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen.

Bremen widmet seinen berühmtesten Musikanten zum 200-jährigen Jubiläum eine facettenreiche Sonderausstellung. 1819 haben die Gebrüder Grimm das Märchen über vier ausgestoßene Tiere auf Reisen niedergeschrieben.

"Tierischer Aufstand" ist die Schau in der Bremer Kunsthalle überschrieben, die bis zum 1. September läuft. Sie beleuchtet die Rolle der Märchenfiguren in Kunst, Kitsch und Gesellschaft. Die Ausstellung gehört zu einem Sommer voller Konzerte und Veranstaltungen in Bremen zum Jubiläum der Stadtmusikanten.

"Es geht uns nicht nur um übereinander gestapelte Tiere", sagte Manuela Husemann, die zusammen mit Jennifer Smailes die Schau kuratiert hat. "Die Bremer Stadtmusikanten stehen auch für eine soziale Utopie." Esel, Hund, Katze und Hahn verkörperten im Märchen das Gesinde, das sich, im Alter nicht mehr arbeitsfähig und verarmt, zu einer starken Gemeinschaft zusammengeschlossen habe.

"Die Themen Altersarmut, Ausbeutung und Wohnungslosigkeit sind so aktuell wie damals", sagte Smailes. Die Schau zeigt die Foto-Serie "Case History" des ukrainischen Künstlers Boris Michailow, der Obdachlose porträtiert hat. In Karl Horst Hödickes Gemälde "Die Hausbesetzer" aus dem Jahr 1983 kommen die Stadtmusiker hingegen krawallig daher und leisten zivilen Ungehorsam. Wer hier der Räuber sei, könnten sich die Besucher leicht erschließen, sagte Smailes.

Gezeigt wird auch, wie sich die Darstellung der Stadtmusikanten über zwei Jahrhunderte entwickelt hat - von tierischen Furien auf alten Illustrationen bis zum bunten Viereridyll auf dem Sofa bei Janosch. (dpa)