Skunk Anansie in der Live Music Hall

Tolle Talfahrt

Wie eine Wildkatze: Skunk-Anansie-Sängerin Skin.

Wie eine Wildkatze: Skunk-Anansie-Sängerin Skin.

Köln. Skunk Anansie begeistert mit der unwiderstehlichen Sängerin Skin in der Live Music Hall in Köln. Ein Konzertfeuerwerk.

Es gibt Menschen, die scheinen einfach nicht altern zu wollen. Deborah Anne Dyer, Sängerin, Front- und Powerfrau der britischen Alternative-Rocker von Skunk Anansie gehört dazu. 49 Jahre hat Skin – wie Dyer seit jeher genannt wird – mittlerweile auf dem Buckel, sie strahlt aber auf der Bühne immer noch die Aura einer nicht zähmbaren Wildkatze aus.

Davon durften und wollten sich nun auch ihre Fans in Köln überzeugen. Die selbst ernannte „schwarze, glatzköpfige, bisexuelle Amazone“ und ihre Kollegen brannten in der ausverkauften Live Music Hall von der ersten Minute an ein Feuerwerk ab.

Und dabei zeigten die Briten auch, dass sie auf so manche Gepflogenheiten des Business pfeifen. Natürlich waren es auch in Köln vor allem Lieder von den 1990er-Alben „Paranoid and Sunburnt“, „Stoosh“ und „Post Orgasmic Chill“, die die Fans feierten und hören wollten. Anstatt jedoch, wie es andere Musiker machen, deren größte Hits bereits Jahrzehnte zurückliegen, diese ans Ende, wenn nicht sogar in den Zugabenblock eines Auftritts zu packen, feuerten Skunk Anansie „Weak“ und „Hedonism (Just Because You Feel Good)“ einfach mal in der Mitte des Sets und direkt hintereinander ab. Mutig und verwunderlich zugleich.

Denn so richtig wusste der Zuschauer danach gar nicht mehr, was jetzt noch kommen soll, war der höchste und schönste Berg doch bereits nach gut 40 Minuten erklommen. Aber Skunk Anansie schafften es, auch die anschließende Talfahrt zum Highlight zu machen. Skin, die sich bereits nach wenigen Songs von Teilen ihres schrillen schwarz-weißen Kostüms trennte, schaffte mit ihrer druckvollen und außergewöhnlichen Stimme Gänsehautmomente. Auch die neuen Stücke des 2016er Albums „Anarchytecture“, das sich stilistisch doch sehr von den Frühwerken unterscheidet, kamen durchweg gut an – zu „That Sinking Feeling“ ließ sich Skin gar von den Fans durch die Live Music Hall tragen.

Und auch von ihrer politischen Bissigkeit hat die Band bis heute nichts eingebüßt. Schon immer hat Skin in ihren Texten auf Missstände hingewiesen und diese angeprangert. In Köln ließ sie ihre Anhänger die Faust zum Widerstand in die Luft recken und „Nein“ rufen. Nein zu Rassismus. Nein zu Homophobie. Nein zu Intoleranz.