Kölner Kulturfestival

"Sommerblut" geht in die 18. Runde

Festival Sommerblut: Das Theaterprojekt "Kraft und Beistand" wird in der Alten Feuerwache Köln präsentiert.

Festival Sommerblut: Das Theaterprojekt "Kraft und Beistand" wird in der Alten Feuerwache Köln präsentiert.

Köln. Bereits zum 18. Mal findet dieses Jahr das genreübergreifende Kulturfestival "Sommerblut" statt. Vom 25. Mai bis zum 11. Juni gibt es 35 Produktionen und mehr als 70 Veranstaltungen an 24 Orten zu besuchen. Das diesjährige Motto lautet "Glaube".

Sommerblut. Ein Name, der aufhorchen lässt. Und der viele Assoziationen zum Klingen bringt: Spannung, Abenteuer, Lebensfreude, Leidenschaft, Energie. Und doch steckt im Wort "Sommerblut" auch etwas Unangepasstes, Unverfälschtes. Das Kölner Kulturfestival mit dem wildromantischen Namen geht in die 18. Runde. Vom 25. Mai bis zum 11. Juni laden 35 Produktionen und mehr als 70 Veranstaltungen an 24 Orten der Domstadt zum Entdecken und Erleben ein.

"Unser Ansatz ist es, mit den Menschen zu arbeiten, besonders auch mit den benachteiligten", erklärt Festivalleiter Rolf Emmerich im GA-Gespräch. "Es geht darum, die Menschen zusammenzubringen, und nicht von oben herab auf den großen Knopf zu drücken." Ein weiterer Grundpfeiler des erfrischend anderen Festivals: "Wir mischen bewusst Hochkultur mit den Experten der Lebenswelt, wie wir sie nennen – also zum Beispiel Flüchtlinge", sagt Emmerich.

Seit ein paar Jahren steht jedes Sommerblut-Festival unter einem übergeordneten Motto, diesmal lautet es "Glaube". Entschieden wurde darüber im Organisationskomitee schon 2017, weil die Veranstalter zwei Jahre im Voraus Künstler buchen und Locations reservieren müssen. "Das Thema Glaube ist wichtig, vor allem, um es aus diesen fürchterlichen, täglichen kursierenden Kontexten herauszuholen", meint Emmerich. "Da schwingen die Krisen der ganzen letzten Jahre mit."

Den Auftakt bildet am Samstag, 25. Mai, bei freiem Eintritt ein inklusives Fest des Landschaftsverbands Rheinland auf dem Tanzbrunnen-Gelände in Köln-Deutz. Von elf bis 20 Uhr warten 150 Stände (etwa Kletterwand, Bogenschießen, Kinderschminken) sowie ein schillerndes Musik- und Tanzprogramm auf drei Bühnen unter anderem mit Marie Loreine, Rapfugees und Reinhard Horn. Auch die Bonner Band Druckluft ist im Einsatz. Ziel des Tages ist es, "gegen die Barrieren in den Köpfen anzufeiern".

Am 29. Mai dreht sich das von der Kölner Literatur-Oper entwickelte Musiktheaterstück "Der Golem" nach dem Romanklassiker von Gustav Meyrink um Seelenwanderung und Identitäten – zu sehen in Lindgens Lokschuppen (Hafenstraße 7). Die Uraufführung beginnt um 20 Uhr, weitere Vorstellungen finden am 30. Mai sowie am 3. und 4. Juni statt.

Das Galati Merlevi Ensemble aus Istanbul gastiert mit Musik und rituellem Tanz ebenfalls am 29. Mai in der Alten Feuerwache (Melchiorstraße 3) – zu erleben ist das renommierte Kollektiv mit orientalischem Derwisch-Drehtanz. Los geht es um 20 Uhr mit einem kulinarischen Angebot und regionalen Spezialitäten "zum Fastenbrechen", bevor die eigentliche Tanzdarbietung unter dem Titel "Die Nächte ..." um 22 Uhr beginnt.

Im Bürgerhaus Stollwerck (Dreikönigenstr. 23) tritt der türkischstämmige Kölner Kabarettist Aydin Isik mit seinem Solo "Bevor der Messias kommt!" auf (8. Juni, 20 Uhr). An gleicher Stelle geht am 9. Juni (14 bis 22 Uhr) das "Kölner Festival der Religionen" über die Bühne, der Eintritt ist frei. Die künstlerische Leitung hat Anja Fahlenkamp, das Veranstaltertrio bilden neben Sommerblut die Stadt Köln und der Kölner Rat der Religionen. Das Fest im Bürgerhaus Stollwerck steht im Zeichen von Musik, Performance, Tanz, Ausstellungen und Workshops.

Festivalleiter Rolf Emmerich fügt zum aufgeladenen Begriff "Glaube" noch etwas hinzu: "Wir machen ein Kulturprogramm, wir stellen Kulturen vor. Was wir nicht machen, sind Schwarz-Weiß-Diskussionen. Wir gehen von Kunst und Kultur aus."

Info: Sommerblut, Köln, www.sommerblut.de; Karten unter Tel. (0228) 50 20 10 und www.ga-bonn.de/tickets