Interview mit Maxim

Sänger aus Königswinter landet mit "Meine Soldaten" einen Hit

Sänger Maxim landet mit "Meine Soldaten" einen Hit.

Königswinter. Er lässt die Mütze an, weil er es nicht geschafft hat, vor unserem Treffen zum Friseur zu gehen. Pfefferminztee dampft aus der Tasse vor ihm, die Stimmung ist bestens. In einem Kölner Café in der Nähe seiner Wohnung sitzt Maxim, dessen Lied "Meine Soldaten" seit Wochen von Radiosendern rauf und runter gespielt wird.

Es ist die erste Auskopplung aus dem Album "Staub", das am 31. Mai bei Warner Music erscheint. Und es sei untypisch, verrät der noch 30-Jährige, der ein Kind des Rhein-Sieg-Kreises ist: In Siegburg ist er geboren, aufgewachsen im idyllischen Königswinter-Thomasberg. Bis zur achten Klasse war Maxim jeden Morgen von dort nach Sankt Augustin in die dortige Waldorfschule unterwegs, bevor er auf die Gesamtschule Beuel wechselte, wo er sein Abitur machte. Mit dem Sänger sprach Antonia Clausen.

Jetzt bist du in ganz Deutschland in Sachen Musik unterwegs. Wie hat sich das, was wir heute von dir hören dürfen, entwickelt?
Maxim: Musik war immer in meinem Leben. Ich spiele Gitarre, habe in Siegburg auch mal Saxofonunterricht genommen. Gerade lerne ich Klavierspielen. Bevor ich mein viertes Album "Staub" aufgenommen habe, habe ich mit Reggae experimentiert. Da war ich mit Rootdown Records unterwegs, stehe ihnen immer noch sehr nahe. Schon das Album "Asphalt", das wir zusammen gemacht haben, war ganz schön gefragt. Aber noch nicht konsequent genug. Bei den Arbeiten jetzt habe ich gemerkt, dass ich mit Songs und Texten, wie ich sie heute schreibe und singe, mehr vermitteln kann, ehrlicher bin. (Er lacht, nimmt einen Schluck Tee. Als Reggae-Musiker geht er gerade tatsächlich nicht durch.)

Was willst du denn vermitteln?
Maxim: Das Gefühl, die Ernsthaftigkeit einer Sache soll deutlich werden. Wenn ich in "Meine Soldaten" davon singe, dass ich nicht zulassen möchte, dass etwas Verletzendes in mein Leben zurückkommt, hat das nicht nur etwas Autobiografisches. Ich möchte Gefühle, die jeder von uns haben kann, in einem starken Bild darstellen. Es gibt eine Milliarde Wege, darüber zu sprechen. Ich suche nach dem Zugang, den noch niemand beschrieben hat. (Das meint er ernst. Aber sein Gesichtsausdruck macht auch deutlich, dass sich weitere Fragen nach seinem Privatleben was diesen Punkt betrifft, verbieten.)

Du wohnst jetzt seit zehn Jahren in Köln und warst in dieser Zeit als Musiker auch mal weniger erfolgreich als zurzeit. Hast du deinen Entschluss, nicht weiter BWL zu studieren, jemals bereut?
Maxim: Nein. Meine Eltern haben mich unterstützt, wenn die Durststrecke mal zu lang gewesen ist. Sie sagten, wenn ich studieren würde, würde ich sie schließlich auch etwas kosten. (Was er noch über seine Familie verrät: Maxim ist kein Künstlername. In seinem Pass stünde als Vorname Maximilian nur deshalb, weil der Name "Maxim" für einen Knaben bei der Stadtverwaltung damals nicht durchging. Er war schon immer Maxim. Für seine Eltern und alle anderen.)

Köln ist ja gerade nachts ein heißes Pflaster für Musiker und andere, die keine festen Arbeitszeiten haben. Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Maxim: Ich bin ziemlich diszipliniert und gehöre nicht zu den Menschen, die nachts arbeiten. Bei mir passiert da nach Mitternacht nicht mehr allzu viel. Produktiver bin ich tagsüber. Manchmal greife ich sogar schon direkt nach dem Aufwachen zur Gitarre, die neben meinem Bett steht, weil ich ein Stück Song im Ohr hatte, was ich gleich runterspielen möchte. Wenn die Zeit es erlaubt, laufe ich am Rhein entlang. Und gehe ab und zu in die Muckibude. (Wieder lacht er. Ein offenes Lachen. Der Wollpulli, den er trägt, verrät nichts über den Erfolg der Anstrengungen in der Muckibude.)

Sich zu trainieren macht Sinn, denn das Pendeln zwischen Köln, Hamburg und Berlin kostet Kraft. Was machst du in den drei Städten?
Maxim: In Hamburg, Kiel und Berlin leben und arbeiten Freunde von mir, die auch an "Staub" mitgewirkt haben. Mein neues Label Warner Music sitzt in Hamburg. Seitdem ich so oft fahre, habe ich die Bahncard. Klappt meistens ganz gut so, die Reiserei. Die Studios von Rootdown sind hier in Köln, in Hürth. In den kommenden Monaten werde ich wieder viel unterwegs sein. (Was er vorhat, verrät er nicht. Aber er scheint sich sichtlich darauf zu freuen.)

Zur Person:
Der Sänger Maxim Richarz kam vor 30 Jahren in Siegburg zur Welt. In seinem Pass steht als Vorname "Maximilian", aber so wurde er laut eigener Auskunft nie genannt. Nach dem Abitur an der Gesamtschule Bonn-Beuel brach er ein BWL-Studium ab und widmete sich ganz der Musik. Er wohnt in Köln. Mehr über ihn und seine Songs gibt es auf www.maximmusic.net.