Konzert in der Lanxess Arena

Nicki Minaj liefert 90-minütiges Spektakel in Köln

Rapperin Nicki Minaj bei einem Auftritt im vergangenen Jahr. Bei dem Konzert in Köln waren keine Fotografen zugelassen.

Rapperin Nicki Minaj bei einem Auftritt im vergangenen Jahr. Bei dem Konzert in Köln waren keine Fotografen zugelassen.

KÖLN. Nicki Minaj ist am Samstagabend in Köln aufgetreten. Dass die Lanxess Arena dabei nicht ausverkauft war, machte der "Königin des Rap" gar nichts - sie gab alles, was sie hat, und begeisterte 12.000 Zuschauer.

Um 22 Uhr ist es soweit. Nicki Minaj fährt auf einem geflügelten Einhorn sitzend ein, das wie ein übergroßes Requisit eines Kinderkarussells wirkt. Vorher ist sie in einem Historien-Video als übermächtige Kämpferin zu sehen. Sie beginnt mit „Majesty“ von ihrem vierten Album „Queen“, das die 36-Jährige mit ihren üppigen Formen fast nackt auf dem Cover zeigt. Es soll niemanden geben, der ihr die Vormachtstellung als Königin des Rap streitig macht. “Gotta be dumb to make me your rival“ - Du musst dumm sein, mich zu deinem Feind zu machen.

Cardi B. könnte diejenige sein, die genau das will. Die 26-Jährige hat in diesem Jahr einen Grammy für das beste Rap-Album gewonnen. Das hat selbst Nicki nicht geschafft und das bringt „Beef“, Streit um die Krone. Aber auch das gehört zum Geschäft. Und Nicki weiß, wie man Geschäfte macht. Sie ist mit 99 Millionen Alben die bestverkaufte Rapperin der Welt.

Wenn die Königin kommt, müssen alle ihr Ehrerbietung zeigen. Niemand hält es auf den Sitzen. Noch in Berlin gab es Längen. Das Konzert wurde gestrafft: Kein DJ, der nervte. Pausen für Kleiderwechsel wurden auf ein Minimum reduziert. Ein fast 90-minütiges Spektakel.

Die neue Rap-Hoffnung Future sollte sie auf ihrer Tour begleiten. Als die Kartenverkäufe stockten, mache er rasch einen Rückzug. Es musste ein Ersatz gefunden werden, den man in Juice Wrld, einem 20-Jährigen aus Chicago, fand. Er machte seine Sache als Anheizer gut und erhielt viel Beifall. Mit „Lucid Dreams“, Nummer 2 der Bilboards, beendete er sein Set.

"Germany – Cologne, I love you"

Nicki Minaj beginnt in einem goldenen Body. Es sind die körperlichen Reize, denen mit Silikon nachgeholfen wurde, die einen Großteil ihrer Ausstrahlung ausmachen.

Sie bedankt sich für den Empfang: „Germany – Cologne, I love you.“ Dann wenig später eine Ansage an das männliche Publikum. „Do you have a big penis!“ Wer will da „nein“ sagen. Kurz darauf holt sie sich den „sexiest boy“ auf die Bühne – der Protagonist wirkt eher unscheinbar. Sie reibt sich an ihm wie in einem ihrer Videos. Ein Erlebnis, das er für alle Freunde festhalten muss. Und er darf ihr einen Kuss geben.

Im zweiten Teil des Abends folgen die Dance-Floor-Hits. Es beginnt mit „Turn Me On“ (D. Guetta) und endet mit „Starship“. Ein schwungvoller Showteil. Dann verschwindet Nicki im Bühnenboden und erscheint wieder in einem sündhaft teuer aussehenden Abendkleid. Es beginnt der Balladenteil des Abends.

Eine kurze Umkleidepause. In einem schwarzen, enganliegen Kleid räkelt sie sich auf einem riesigen Bett. Es kommen Hits, die sie mit „Moment 4 Life“ beendet. Am Ende eine kurze Zugabe: „Super Bass“. In Videos darf man sie bewundern. Sie zeigt ihren Schmollmund und ihren opulenten Hintern. Sex sells.