Liebe in den Zeiten von Trump

Kiefer Sutherland gab Konzert in der Kölner Kantine

Herzblut: Kiefer Sutherland im Kölner Konzert.

Herzblut: Kiefer Sutherland im Kölner Konzert.

Der Hollywood-Schauspieler und Musiker Kiefer Sutherland ist mit seiner Band in der Kölner Kantine aufgetreten. Ein Konzert mit viel Herzblut.

Als Schauspieler muss Kiefer Sutherland sich und seinen Fans längst nichts mehr beweisen. Von „Flatliners“, über die Rolle des FBI-Agenten Jack Bauer, die ihn in der TV-Serie „24“ zu einem der bestbezahlten Serienhelden machte, bis hin zum jüngsten Serienerfolg „Designated Survivor“ erstreckt sich die Erfolgskurve des Sohns von Filmikone Donald Sutherland. Doch das Herz des 51-Jährigen mit der leicht angerauten Stimme schlägt auch für die Musik. Seine Leidenschaft für ur-amerikanische Countryklänge ist derart groß, dass es auch mal ganz kleine Bühnen wie die der Kantine in Köln sein dürfen, wo er dies intensiv auslebt.

Nachdem sich eine vierköpfige Band um eine funzelige Stehlampe geschart hat, brandet frenetischer Jubel auf, als Sutherland, dessen Gesicht zunächst von einem breitkrempigen Hut beschattet wird, mit Gitarre auf der Bühne erscheint. In bester Stimmung prostet er seinen rund 600 Fans mit einem Glas Whiskey zu. Ist es pure Pose, oder befindet sich in dem Glas tatsächlich jenes hochprozentige Destillat? Schließlich hat Sutherland dem Alkohol im wirklichen Leben so manchen Absturz zu verdanken. Diesbezüglich folgt er seinen musikalischen Vorbildern und Säulenheiligen der US-Countrymusik wie Johnny Cash, Willie Nelson oder Merle Haggard.

Sutherlands Stimme klingt, wenn sie rockig-expressiv intoniert, ein wenig nach Bryan Adams, wenn er hingegen in einen ruhigeren Erzählduktus verfällt, wird man eher an Kenny Rogers und Kris Kristofferson erinnert. „Run To Him“ eröffnet das Konzert und eine virtuose Slide-Gitarre, die sich hauchfein über den stampfenden Rhythmus legt, lässt einem sofort das Herz aufgehen. Die Musik ist eine exzellent abgestimmte Mischung aus Country, Blues und Rockelementen. Die Band, allen voran Michael Gurley und Austin Vallejo an den Gitarren, unterstreicht seine Songs in klassisch lässiger Manier, gesungen wird meist mehrstimmig.

Alles klingt authentisch, man hört das Herzblut von Sutherland pulsieren, und dies spürt auch das durchweg jubelnde Publikum. Zwischenmenschliches darf bei den harten Männern natürlich nicht fehlen. Die Schlichtheit, die aus Textzeilen wie „I love you just the way you are, take me as I am, I'll do everything for you“ (Nimm mich einfach wie ich bin, dann mach ich alles für Dich) spricht, klingt nach einer Liebesbeziehung nach dem simplen Denkmuster eines Trump-Deals.

Die aktuelle Single „This Is How It's Done“ strotzt hingegen von Macho-Selbstbewusstsein, während „Reckless & Me“ die schmerzvolle Konfrontation von zwei Persönlichkeiten, der des Cowboys und der des Pferdes, beim Rodeo beschreibt.

Es sind durchweg Geschichten über ein Achterbahn-Leben mit Höhen und Tiefen. Mit Dylans „Knockin'on Heaven's Door“ als letzte Zugabe reißt Sutherland das Publikum noch einmal zu großer Begeisterung hin.