Finissage

Einsatz für humanere Gesellschaft

Die Signatur des Künstlers Georg Meistermann.

BAD HONNEF. Der Enkel von Georg Meistermann, Justinus Maria Calleen, hielt anlässlich der Finissage mit Werken von Meistermann im Katholisch-Sozialen Institut in Bad Honnef vor rund 140 interessierten Gästen einen beeindruckenden Lichtbildervortrag über das Schaffen seines Großvaters. Dessen Arbeiten galten zur Zeit des Nationalsozialismus als entartet.

Meistermann war ein kämpferischer und einflussreicher Geist gewesen, der sich vehement für die Freiheit der Kunst, des Menschen und die Gesellschaft engagiert hat. Geprägt durch seine eigene Erfahrung der Unterdrückung durch das Nazi-Regime setzte sich der langjährige Präsident des Deutschen Künstlerbundes immer wieder für eine humanere Gesellschaft ein.

Calleen führte sowohl im Detail mit vielen Bildmotiven in die Bildsprache Meistermanns ein, bot aber auch einen übergreifenden Überblick über das Leben und die Werke Meistermanns. Das Anliegen Meistermanns ordnete er beginnend mit der Aufklärung, dem Freiheitsbegriff und dem "kategorischen Imperativ" von Kant in geschichtliche und philosophische Zusammenhänge ein. Dem Lebenslauf von Meistermann stellte er anhand von Bildern wie auch von Glaskunst im Kirchenraum vor, so dass Meistermanns künstlerisches, gesellschaftspolitisches und christliches Vermächtnis auch visuell deutlich wurden.

Auftakt der Finissage war ein Statement von Prälat Stefan Heße, der seine Wertschätzung der Kunst Meistermanns persönlich von seinem ersten Erlebnis der von Meistermann geschaffenen Kirchenfenster in Heimbach/Eifel als Abiturient erläuterte bis zu den von Meistermann gestalteten Fenstern in Sankt Gereon in Köln.