Maria Mena

Die Elfe aus dem Norden in der Kölner Live Music Hall

Köln. Der Norden Europas bringt wunderbare Sangeselfen hervor. Björk, Emiliana Torrini oder - Maria Mena. Die 27-jährige Norwegerin sang am Mittwochabend in der Kölner Live Music Hall vor restlos begeisterten Fans. Im Zentrum des 90-minütigen Abends stand das letzte Album "Weapon In Mind".

Stücke wie "Lover Let Me In", "All The Love" oder Menas Lieblingssong "I'm Only Human" kommen mit dramatischer Attitüde daher, klingen immer ein bisschen retro, aber dabei ungemein delikat, was die Stimme der Brünetten am Mikro angeht. "I'm fragile - I'm not perfect" singt sie. Das glaubt man ihr nur teilweise, denn - trotz aller Zerbrechlichkeit - ist hier eine Frau am Werk, die über eine immense Energie verfügt.

So kündigt sie "I Always Liked That" als Erinnerung daran an, dass das Leben verdammt gut ist - wobei sie das eigentlich nicht muss, denn Zuversicht und gute Gefühle breiten sich Ton für Ton in der Live Music Hall aus. Hätte es an diesem Abend für jedes Lächeln im Publikum einen Euro gegeben, man wäre reich geworden.

Einer der schönsten Momente ist die Inszenierung von "You're All Telling Stories". Die Bühne erglitzert in eisigem Blau und schneeigem Weiß, darüber zucken silberne Blitze, Pianoklänge tropfen wie tauschwere Perlen hinein in die Stille, und dann lässt Maria Mena, sich Silbe für Silbe in atemlose Spannung hineinsteigernd, ein Intro erklingen, wie es knisternder kaum sein könnte. Was dann, am Ende, in einen veritablen Discokracher mündet, der die ganze Halle in eine Tanzfläche verwandelt.