Willy-Brandt-Forum in Unkel

Burkhard Mohr zeigt Karikaturen zum Thema "Der Euro schadet der Krise"

Zu Gast in Unkel: Burkhard Mohr vor Zeichnungen.

UNKEL. Mit einer Ausstellung von Karikaturen über Willy Brandt von mehr als 40 internationalen Künstlern hatte das Willy-Brandt-Forum in Unkel seinen Veranstaltungsreigen dieses Jahr eröffnet. Zurzeit sind dort gut 60 Arbeiten des Königswinterer Karikaturisten Burkhard Mohr zu sehen, dessen bissige, mit scharfer Feder gezeichneten Kommentierungen des politischen Geschehens aus vielen Tageszeitungen, nicht zuletzt aus dem General-Anzeiger, bekannt sind.

"Ich kenne Burkhard Mohr noch aus meiner Zeit als Bonn-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und habe ihn dann als geschätzten Karikaturisten für den General-Anzeiger gewinnen können", erinnerte der ehemaligen GA-Chefredakteur Helmut Herles, der die Ausstellung eröffnete. Deren Titel "Der Euro schadet der Krise" ist gleichlautend mit dem neuesten Buch des gebürtigen Kölners, das er an dem Abend auch signierte.

"Als ich 1978 als Karikaturist angefangen habe, habe ich Willy Brandt natürlich als bedeutenden Politiker wahrgenommen, in Szene gesetzt habe ich ihn jedoch mit zwei Ausnahmen nicht", so Mohr. Trotzdem habe er sofort zugesagt, als ihn der Vorsitzende der Willy-Brandt-Bürgerstiftung, Klaus-Henning Rosen, vor einem Jahr gefragt habe, ob er nicht in Unkel seine neuesten Arbeiten ausstellen wolle. Nicht zeigen könne er im Willy-Brandt-Forum leider seine in Eisen geschmiedete Büste des Friedensnobelpreisträgers, die in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin stehe.

"Ich freue mich ganz einfach, wenn ich Leute aus meiner Umgebung mit meinen Arbeiten erreichen kann", erklärte der Karikaturist. Mit seinen gezeichneten Satiren greife er verzerrt und überspitzt einen aktuellen Sachverhalt auf, um durch seinen sarkastisch-ironischen Kommentar die Betrachter zum Nachdenken zu bewegen. So ist im Ausstellungsraum etwa seine Darstellung "10 Jahre Hartz 4 you" zu sehen oder es geht um die ungeheure Anziehungskraft von zwei Milliarden Euro, die den Panzer Leo II unweigerlich nach Katar rollen lässt.

"Meine Arbeiten haben immer mit Moral, genauer mit ihrem Fehlen, zu tun", so Mohr.

Entsprechend gibt er auch die von Bankern angedachten "Wege aus der Krise" mit dem Kommentar "Wir konnten unsere Schulden zusammenlegen und eine neue Bank gründen!" der Lächerlichkeit preis. Trotzdem sei die Realität oft besser als die Satire, erklärte er in Anspielung auf den Nestroy-Ausspruch: "Die Wirklichkeit ist immer das schönste Zeugnis für die Möglichkeit!" Auch Herles bediente sich des sarkastischen Possenschreibers.

"Der Zufall muss ein besoffener Kutscher sein, wie der die Leute zusammenführt", zitierte er den österreichischen Dramatiker, um zu seinen Begegnungen mit Willy Brandt und dem ehemaligen FAZ-Feuilletonisten Marcel Reich-Ranicki überzuleiten.

Info:

Die Karikaturen von Burkhard Mohr sind im Willy-Brandt-Forum, Willy-Brandt-Platz 5, noch bis Sonntag, 7. Juli, dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Für 13,80 Euro kann dort auch sein Buch "Der Euro schadet der Krise! - Karikaturen zum aktuellen Elend" erworben werden.