"As You Were"-Tour

Britrocker Liam Gallagher begeistert im Palladium

Liam Gallagher bei seiner "As You Were"-Tour in Köln.

Liam Gallagher bei seiner "As You Were"-Tour in Köln.

Köln. Liam Gallagher gastierte auf seiner "As You 
Were"-Tour im Palladium in Köln. Dabei gab es für das Publikum ungewohnte Töne zu hören, aber auch zahlreiche Oasis-Stücke.

Die Atmosphäre ist bereits vor dem Konzert ausgelassen. Man singt sich in Stimmung. Wie auf einem Fußballplatz. Erste Bierbecher fliegen in Richtung Bühne. Beste Stimmung für ein Liam Gallagher-Konzert im Palladium.

Nach zwei schwachen Alben mit seiner Post-Oasis-Band Beady Eye veröffentlichte er einen richtig guten Tonträger „As You Were“ („Kommando zurück“). Zurück zu den Wurzeln von Oasis. Roh, nachdenklich und ehrlich. Es ist sein Werk, nicht das des Bruders. Er könnte als Songschreiber zu ihm aufsteigen, was den Älteren noch weniger reizen würde, Oasis wieder zu beleben. Aber das ist Geschichte, und Liam sollte seinen Weg ohne seinen „geliebten Bruder“ gehen.

Rock'n'Roll-Star für eine Nacht

Punkt 21 Uhr stolziert Liam zum Mikrofonständer, der wie immer „tiefer gelegt“ ist. Er geht leicht in die Hocke, so als wolle er das Mikro anbellen. „Heute Nacht, da bin ich ein Rock'n'Roll-Star“. Und das ist er für diesen Abend.

Frontleute müssen einiges tun, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen. Liam tut nichts. „Kommt her, gefällt es euch, ist es gut. Wenn nicht, dann geht!“ Trotz und Stolz. Es folgt ein weiterer Oasis-Song „Morning Glory“. Hervorragende Stimmung. Aber wie kommen die neuen Titel an? Bei der Single „Wall Of Glass“ singen alle mit. Es ist wie immer, aber seine neuen Texte sind reflektierter. „Der Stein den du wirfst, wird seinen Weg zurückkehren“ (And the stone you throw will turn back in its path).

Ungewohnte Töne

2014 trennte er sich von seiner Frau Nicole Appleton, mit der er vier Söhne hat. In „I’ve All I Need“ scheint er dies zu verarbeiten. Von dem Raubeins lassen sich ungewohnte Töne vernehmen, da er sonst die Schuld eher bei anderen sieht: „Es gibt kein Zurück. Danke für deine Unterstützung. Alles muss vorübergehen“ („There is no time for looking back. Thanks for your support. Slow down, all things must pass.”). Er scheint auf dem richtigen Weg.

Oasis-Stücke machen mehr als die Hälfte seiner Setlist aus, aber sie sind mehr als nostalgische Erinnerung. „Wir waren wer – was immer auch aus uns geworden ist“. Im Zugabenteil gibt es dann nur alte Songs. Die Stimmung steigt noch weiter an. England-Fahnen werden ausgebreitet. Zum Ende „Live Forever“ – „Du und ich, wir werden für immer leben!“

Das hat auch Liam Gallagher gedacht. Alles muss vorübergehen. Eigentlich stand „Wonderwall“ auf der Setlist, das ergreifende Stück über die Liebe. Schade eigentlich!