Erpeler Brückentürmen

Bei Frank Göllmann und Christiane Crewett-Bauser ziehen sich Gegensätze an

In den Erpeler Brückentürmen gibt es in einer Doppelausstellung Bilder und Lichtinstallationen.

ERPEL. Ein Wasserfall ergoss sich am Wochenende über die Pfeiler der gewendelten Treppe im südlichen Turm der ehemaligen Ludendorffbrücke auf Erpeler Seite. Nicht dass ein erneutes Unwetter Regenwasser durch das Dach geschickt hätte. Das von Klanginstallationen begleitete Schauspiel war eine der Licht-Installationen des Düsseldorfer Meisterschülers Frank Göllmann.

Zusammen mit Christiane Crewett-Bauser, Fachleiterin für Kunst und Dozentin in der Weiterbildung für Pädagogische Kunsttherapie, stellt er auf Einladung des Kunst- und Kulturkreises "ad erpelle" zurzeit in beiden Türmen Arbeiten aus.

"Verbindungen +" nennen die beiden Künstler ihre Ausstellung. Und eine ganz besondere Verbindung gehen die von Crewett-Bauser und Göllmann geschaffenen Kunstwerke auch ein. "Um die Arbeiten der bei Aachen lebenden Künstlerin betrachten zu können, ist Licht erforderlich, während die Installationen von Göllmann Dunkelheit benötigen.

Die Türme sind ideal für diese so konträre Anforderung", erläuterte der Vorsitzende des Vereins, Edgar Neustein, bei seiner Begrüßung im zweiten Obergeschoss des Nordturms. Malerei und Rauminstallationen träten in Kontrast und ergänzten sich auf eine sehr ungewöhnliche Weise.

"Das Ambiente der Brückentürme mit seinen ganz unterschiedlichen Räumen und den immer wechselnden Lichtverhältnissen stellt einen spannenden Rahmen dar für das ungewöhnliche Zusammenspiel der verschiedenen Kunstformen", so Neustein, der sich hocherfreut über die zahlreichen Vernissagebesucher zeigte. Unter diesen waren neben Ortsbürgermeisterin Cilly Adenauer auch deren Unkeler Kollege Gerhard Hausen und Markus Fischer, der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Unkel, sowie Peter Kürten, der Initiator des Friedensmuseums in den Remagener Brückentürmen.

Ins Licht gestellt oder in spezielles Licht langsam wechselnder Farben getaucht, verändern die Arbeiten von Göllmann ihr Aussehen in überraschender Weise und beginnen auf eigenartige Weise zu leben.

So wird aus Rottönen Schwarz, wenn sie von hinten grün angeleuchtet werden, und eine gleißende Sandwüste verwandelt sich in eine eisige Frost-Landschaft. Crewett-Bauser legt dagegen in Enkaustik-Technik Schicht auf Schicht leuchtender Wachsfarben übereinander und kombiniert diese mit schweren, oft rostroten Ölfarben.

So entstehen Bilder zwischen einer intensiven, energievollen Farbigkeit und einem erdig-metallisch wirkenden Material. Anders ihre "Rheintagebücher", in denen Schiffe in Wörterflüssen schwimmen, in denen Namen wie Veronique, Orte wie Petersberg und Thüringen aber auch "Esperanto" auszumachen sind.

Zu sehen ist die Ausstellung in den Erpeler Brückentürmen an der B 42 noch bis Mitte Juli freitags 18 bis 20 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr und sonntags 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.