Vielfältige Produkte

Pferde und Pferdeschwänze in der Höhle der Löwen

Judith Williams testet den Pony Puffin eigenhändig.

Judith Williams testet den Pony Puffin eigenhändig.

Bonn. Mit vier erfolgreichen Pitches können Unternehmensgründer in der sechsten Folge der aktuellen "Die Höhle der Löwen" Staffel glänzen. Dazu gehört der Push Up für Haarzöpfe, sowie eine intelligente Steckdose.

Für die fünf Juroren schien die sechste Folge der vierten Staffel "Höhle der Löwen" recht erfolgreich: Vier Deals wurden abgeschlossen, nur zwei Gründer-Teams mussten ohne Investment wieder nach Hause gehen. An Kreativität und Vielfalt mangelte es nicht: Neben dem Pony Puffin waren alternative Hufeisen, Öl zum Pizzawürzen, eine intelligente Steckdose, ein Fitnessgerät zum Mitnehmen und ein Service, der seinen Kunden den Behördengang erspart mit dabei.

Pony Puffin

"Ich habe das Beautyprodukt erfunden, auf das die Frauen gewartet haben", versprach Elena Musiol (33) aus Berlin. Auf den ersten Blick wirkte ihr Produkt unscheinbar: ein kleines, rosafarbenes Etwas, das erst einer Erklärung bedarf. "Mein Ziel ist es, Frauen einen dicken, gepushten und fülligen Pferdeschwanz zu ermöglichen und das unabhängig von ihrer Haarstruktur", sagte die PR-Fachfrau.

"Ich habe sehr dünne Haare. Früher habe ich immer die Mädchen beneidet, die einen dicken Pferdeschwanz hatten." Um sich und anderen Menschen mit ihrem Problem zu helfen, erfand sie den Pony Puffin. Das "Ponytail Shaping Tool" wird mitten im Zopf platziert, richtet ihn so auf und macht ihn füllliger. "Jetzt habe ich endlich den Pferdeschwanz, den ich mir immer gewünscht habe", freute sich Musiol.

Judith Williams testet den Pony Puffin eigenhändig.

Judith Williams testet den Pony Puffin eigenhändig.

Die Angebote

Frank Thelen, der sich offenbar nicht mit Frisuren auskannte, kommentierte: "Ich mag blonde Haare. Dieser Ponyschwanz hat mich noch nie in der Dicke bewegt", für diesen Pitch war er raus. In den vier Monaten, die das Produkt auf dem Markt war, hat es einen Nettoumsatz von 2700 Euro eingebracht. Ralf Dümmel wie auch Judith Williams sahen noch viel mehr Potential: Beide boten die gewünschten 65.000 Euro für 49 Prozent des Unternehmes und stritten sich regelrecht um den Zuschlag.

"Das ist mein Produkt. Sie haben ein Haarprodukt, was man man millionenfach verkaufen kann", sagte Williams, die ein Beatuy-Imperium mit über 1000 eigenen Produkte aufgebaut hat. Am Ende entschieden sich Elena und ihr Mann Julian Musiol für Williams, woraufhin Dümmel sichtlich angesäuert mit beiden Händen den pinken Pony Puffin zerknetete.

Mioolio

Luigi Stella (41) und Taner Gecer (39) aus Düsseldorf sind beste Freunde, verbunden durch "die Liebe zur Pizza", so Stella. Seine Eltern kamen als Einwanderer nach Deutschland, "konnten kein Deutsch, aber konnten Pizza". Und so entdeckte der Pizzabecker und ehemalige Vertriebsleiter eine Marktlücke: Knoblauch- und Chiliöl in kleinen Plastiktütchen, mit der man Pizzen verfeinern kann.

Über 700 Millionen Tiefkühlpizzen werden jährlich in Deutschland verkauft. "Mioolio verleiht der Tiefkühlpizza den authentischen Geschmack einer frischen Pizza", versprach Gecer. 50.000 Euro, ein Jahr Arbeit und ihre Jobs haben sie geopfert, um Mioolo (Sprich "Mi-Olio) zu entwickeln. Für 15 Prozent Firmenanteil wollten sie im Gegenzug 30.000 Euro haben.

"Wir wissen, wir haben hier keine neue Raketentechnik erfunden, aber eine Marktlücke", sagte Gecer. "Und mit einem Löwen an Bord werden wir abgehen wie eine Rakete." 19 Cent kostet ein Beutel im Supermarkt, in zwei Monaten hatten sie 50.000 Stück verkauft.

Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel nehmen Mioolio von Luigi Stella (r.) entgegen.

Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel nehmen Mioolio von Luigi Stella (r.) entgegen.

 

Die Angebote

"Das riecht nach Rakete", meinte Judith Williams, als sie das Öl probierte und bot, was sich Stella und Grecer gewünscht hatten. Dagmar Wöhrl, die bei Restaurantbesuchen eigene Chilis zum Verfeinern mitbringt, bot sogar 40.000 Euro, allerdings für 25,1 Prozent. Dümmel erwartete "einen Riesenmarkt" für das Produkt und bot 30.000 für 25,1 Prozent.

Stella und Gecer hatten sich entschieden: Sie gingen mit Ralf Dümmel, denn es ging ihnen nicht um Geld oder Prozente: "Hammer, das ist ein Gefühl, das knallt. Das ist der Löwe der Löwen", sagte Stella begeistert.