Start der vierten Staffel

Frank Thelen feiert Auftakt zur "Höhle der Löwen" in Bonn

Bonn. Zum Auftakt der vierten Staffel der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" hat der Bonner Investor Frank Thelen Unternehmer zum gemeinsamen TV-Gucken ins Kameha Grand Hotel geladen. Es wurde besonders emotional.

"Darf ich eure Kuh töten?", fragt Unternehmer Frank Thelen auf dem Fernsehbildschirm im Kameha Grand Hotel Markus Deibler (27) und Luisa Mentele (29). Die etwa 60 Unternehmer vor dem großen Fernseher in der Ecke des Kameha Domes reagieren nicht etwa geschockt, sondern mit Gelächter. Schließlich geht es hier nur um eine metaphorische Kuh, das Maskottchen von "Luicella's Eismix", das in Thelens Augen so gar nicht zu der Marke passt.

Der echte Frank Thelen beobachtet währenddessen aus dem Hintergrund das Geschehen auf dem Bildschirm. Darauf zu sehen ist die erste Folge der vierten Staffel der Wirtschaftsserie "Die Höhle der Löwen". Menschen mit innovativen Produkten werben darin um die Gunst und damit das Kapital der Investoren wie Thelen und Co.

Zum gemeinsamen Anschauen ludt Thelen am Dienstagabend Vertreter von Amazon, DHL und PayPal sowie Gründer und Investoren aus der Region ein. Verleger Norman Rentrop, Investor Jörg Haas, Unternehmensgründer Hermann Simon, Vox-Chefredakteur Kai Sturm und die Bad Godesberger Bürgermeisterin Simone Stein-Lücke mischten sich unter die Gäste.

 

Thelen macht das beste Angebot

Für Thelen sollte es der einzige Deal des Abends bleiben, dafür ist er umso überzeugter von der Idee. Wie man Eis macht, lernte Mentele an der Università del Gelato im italienischen Bologna, einer Universität, die sich ausschließlich der Kunst des Eismachens widmet.

Deibler, der 2014 Schwimmweltmeister wurde, entschied sich danach bewusst, seine Karriere zu beenden und sich Vollzeit der kühlen Leckerei zu widmen. "Es ist unsere ganz große Leidenschaft", schwärmen die beiden in der Sendung. Seit vier Jahren arbeiten sie an ihrer Idee. Mittlerweile betreiben sie zwei Eisdielen in Hamburg und haben es geschafft, Fertigeis in Bechern in den Kühltheken von Supermärkten zu platzieren.

 

700.000 Euro Umsatz und 100.000 Euro Gewinn streben sie dieses Jahr an. Der nächste Schritt soll ihr veganer Eismix werden. Sorten wie Schoko-Orange und salzige Vanille mit Cookies soll dann jeder, ähnlich wie bei einer Backmischung, mit Milch und Sahne selbst zu Hause anmischen können.

120.000 Euro wollen Deibler und Mentele dafür von den Löwen haben. Thelen verlangt im Gegenzug 20 Prozent am Unternehmen, die Löwen Ralf Dümmel und Judith Williams jeweils 25,1 Prozent.

Am Ende entscheiden die beiden Eismacher sich für Thelen, der ihrer Meinung nach "das fairste Angebot" gemacht hatte. Ob Luicella's wirklich das "beste Eis der Welt" ist, wie Thelen es anpreist, können seine Gäste am Dienstagabend in einer Kostprobe selbst herausfinden.

Zwei weitere Deals werden abgeschlossen

Ebenfallls einen Deal können sich in der Sendung Pascal Buchen (26) und Anthony Filipiak (22) sichern. Die zwei Freunde gewinnen mit ihrem flüssigen, ultraharten Display-Schutz "ProtectPax" Löwe Ralf Dümmel für sich.

Besonders emotional ist der Pitch von Dindia Gutmann und ihrer Mutter Anna Vonnemann. Für ihre halbseitig gelähmte Tochter entwickelte Vonnemann ein System namens "MovEAid", das ihr Gleichgewichtsorgan unterstützt, sodass Gutmann trotz der Lähmung laufen kann. Carsten Maschmeyer und die neue Löwin Dagmar Wöhrl stellen sicher, dass die beiden nicht ohne Investor nach Hause gehen.

Insgesamt 2,55 Millionen Menschen verfolgten gestern Abend die Eröffnung der neuen Staffel "Die Höhle der Löwen" vorm Fernseher. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bedeuteten 1,51 Millionen Zuschauer den Tagessieg. 

Thelen freut sich über zwei Erfolgsgeschichten

Die Sendung blickt auch auf eines von Thelens alten Investements zurück: die Gewürzmanufaktur Ankerkraut. Unlängst lehnte das Unternehmen ein Übernahmeangebot von 20 Millionen Euro ab.

Für das gemeinsame Gucken sind Gründer Anne und Stefan Lemcke aus Hamburg angereist. Während ihr Beitrag läuft, verfolgen sie parallel auf dem Laptop, wie die Besucherzahlen auf ihrer Website in Tausenderschritten in die Höhe schießen - bis zum Server-Crash.

Thelen hatte noch einen zweiten Grund zur Freude: Das von ihm unterstütze Unternehmen Lilium Aviation gab am Dienstag bekannt, dass es sich 90 Millionen Dollar für die Entwicklung ihres elektrischen Senkrechtstarters sichern konnten. "Der krasseste Tag im Leben" seines Teams sei das, so Thelen.

Sein Unternehmen benannte er jüngst von e42 in Freigeist um. Der alte Name, der in Anspielung auf das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" die elektronische Antwort auf alle Fragen verkörpern sollte, sei einem passenderen Namen gewichen. "Wir wollen Freigeister fördern", brachte der Bonner Unternehmer es auf den Punkt.