Kommentar zum Aus von Circus HalliGalli

Den Absprung geschafft

In der Kategorie "Beste Unterhaltung Primetime" erhielten Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf den Deutschen Fernsehpreis 2017.

In der Kategorie "Beste Unterhaltung Primetime" erhielten Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf den Deutschen Fernsehpreis 2017.

Bonn. Das Aus der TV-Sendung Circus HalliGalli hat viele Fans enttäuscht. Muss es aber nicht, findet GA-Redakteur Simon Bartsch. Denn das Ende kann auch eine Weiterentwicklung bedeuten.

Mit dem Humor ist es ähnlich wie mit Geschmack: er ist unterschiedlich. Bei jedem Menschen anders. Humor allen Menschen recht zu machen, ist demnach ausgeschlossen. Auch die beiden TV-Gesichter Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt liegen mit ihren Späßen - je nach Ansicht - oft daneben. Einen kotzenden Rockstar braucht man nun wirklich nicht. Joko und Klaas haben zudem das TV-Rad nicht neu erfunden. Aber das Duo - oder das Team dahinter - sprudelt vor Ideen.  Und genau das tut dem deutschen Fernsehen zwischen gescripteten Reality-Shows, Trash-TV und gefühlt Millionen Kochformaten gut.

Nach der neunten Staffel ist also Schluss mit der Late-Night-Show, die unter anderem den Grimme-Preis gewonnen hat. Man wolle aufhören, wenn es am Schönsten ist. So schade es für die Fans auch sein mag, die Haltung der Beiden ist nachvollziehbar. Wie oft hat man sich diese Einsicht von alternden TV-Größen gewünscht. Circus HalliGalli hat den Absprung geschafft - rechtzeitig. Die beiden Comedians haben so die Chance, unverbrannt an anderen Formaten weiter zu arbeiten. Und das haben die beiden nach Auskunft des Heimsenders ProSieben auch vor.

Heufer-Umlauf und Winterscheidt gehen sogar ein Stück weiter. Sie wollen "die nächsten Jahre TV-Geschichte schreiben". TV-Geschichte schreiben? Wirklich ernstnehmen kann man den Wunsch (noch) nicht, muss man aber auch nicht. Es handelt sich um Humor. Nicht mehr und nicht weniger. Und der muss ja nicht jedem gefallen.