Bonner Vokalchor stellt Programm der Baltikumfahrt vor

Zwischen Reisen und Abschied

Bonn. Die Früchte einer Konzertreihe nach Estland präsentierte das Bonner Vocalensemble unter der Leitung von Ulrike Ludewig im Rahmen von zwei Konzerten in der Heimat.

In St. Maria Magdalena und der Lutherkirche gab man, angereichert durch Reisetexte von Heinrich Heine (Lesung: Thomas Sonntag) noch einmal das Programm zum Besten, das man unlängst im Rahmen einer Reise ins Baltikum einstudiert hatte, und das estnische und deutsche Chormusik zum Thema Reisen und Abschied beinhaltete. Demzufolge war man gut präpariert, die Stücke saßen.

Angefangen mit Ave maris stella von Trond Kverno: eine schlichte aber atmosphärisch dichte Vertonung des Hymnus, der sich in der Darstellung des Bonner Vocalensembles durch stimmige Tempi und gutes Timing auszeichnete. Das sehr klare Dirigat Ludewigs nahmen die knapp 40 Sängerinnen und Sänger gut ab, hielten die Spannung, beeindruckten durch eine hohe Klangkultur.

Auch zwei Werke von Cyrillus Kreek mit ihrem konzentrierten ostkirchlich-nordischen Duktus gestaltete man ebenso eindringlich wie reizvoll.

Auch am Ende des Konzertes zeigte man, das schlicht nicht automatisch einfach bedeutet, etwa mit Volksliedern im Satz von Friedrich Silcher oder Peep Sarapik, dieder Chor geradeheraus und innig nahm oder mit Sätzen für Männerchor von Silcher und Adolf Marscher, die überaus kultiviert klangen.

Dazwischen gab es Brahms: die beiden Nachtwachen aus op. 104 und Vineta aus op. 42. Hier gab es mitunter winzige Einbrüche zu verzeichnen. Das Bonner Vokalensemble hat sich im Schatten weitaus prominenterer Ensembles zu einem vokalen "Hidden Champion" entwickelt. Weiter so!