Michael Denhoffs "Passion R. Sch."

Wolkige Klanginstallation im Endenicher Schumannhaus

Endenich. Wer in diesen Tagen das Endenicher Schumannhaus betritt, bekommt was um die Ohren: Wolkige Klänge, diffuse Sphären wie aus einer weit entfernten Welt beschallen die Besucher der Musikbibliothek und der Gedenkstätte, in der des nach Beethoven wohl berühmtesten Bonner Bürgers gedacht wird: Robert Schumann. Der Bonner Komponist Michael Denhoff hat dies als Anlass genommen um seine "Passion R. Sch." betitelte Klanginstallation zu schaffen, die im Rahmen des Projektes PassionenStationen zu hören ist.

Denhoff hat sich hierzu ebenso von der wechselvollen Geschichte des Hauses inspirieren lassen wie von Schumanns "Gesänge der Frühe", dem vorletzten Klavierwerk des Komponisten. Es sei der "Herzschlag des Hauses", den man hier langsam pulsieren hören könne, sagte Denhoff zu seinem Werk. "Das Klavier war ja das Instrument Schumanns", so Denhoff, der mit seiner Arbeit zeigen wolle, "wie großartig" die letzten Klavierwerke Schumanns sind. "Harmonisch ist das so was von aufregend", ist der Komponist begeistert und weist auf die Vorhaltsakkorde im ersten Stück der Gesänge der Frühe hin.

Das Reizvolle an der Installation, die während der Öffnungszeiten des Schumannhauses erklingt, ist, wie sie sich mit den alltäglichen Geräuschen mischt, die tagsüber wie abends die Klavierklänge überlagern. Die Vorstellung der Installation wurde komplettiert durch einen Vortrag von Susanne Wilking zur Geschichte des Schumannhauses von 1844 bis 1938, während Jürgen Kasten über die zwei letzten Lebensjahre Schumanns in Endenich referierte. Leider nur vom Band erklang "Schumann in Endenich" von Walter Killmayer.