Galerie Kunstraum 21

Von Achim Duchow bis Uta Rings: Spannendes Generationentreffen

Beschwingte Studie von Armin Duchow.

Bonn. Hier überschlagen sich Erinnerungen an umtriebige Blütenzeiten der rheinischen Kunstszene. Gegenüber von Beuys' Meisterschüler und Dauerbegleiter Johannes Stüttgen und dem Eleven von Sigmar Polke, Achim Duchow, lässt Galerist Hans Vetter die Gegenwart, vertreten durch Uta Rings und Dirk Salz (beide Jahrgang 1962), zu Wort kommen.

Nicht unbedingt auf den ersten Blick kommt der in zwei Welten eingekeilte Betrachter latent existierenden Querverbindungen auf die Spur. Mit verführerischem Charme lockt der 1945 geborene Stüttgen zunächst zum Abtauchen in handschriftlich kommentierte Farbzeichnungen, wo offenbar mit naturwissenschaftlicher Systematik interessante Phänomene, wie die Natur der Erde oder das Krankheitssymptom "Überzug" ergründet werden. Ein jeweils stark verschlüsseltes, mit Gedankenwitz gepfeffertes Thesengerüst jedoch verbaut schlussendlich den erwünschten Nachvollzug.

So bleibt es beim Ausmachen von Stüttgens typischen Leitmotiven wie der Wolf, beim Ahnen "einer Wissenschaft des Dunklen, Verborgenen" oder beim amüsierten Verfolgen von leicht absurden Formspielen, die den Virus Influenza simulieren. Magnet Duchow (1948 - 1993) wartet auf mit einer druckbeschrifteten Leinwandtafel: "Ich bin ein derart schlechter Maler, dass ich sogar Stipendien bekam, um ja nicht zu malen." Es regen sich Erinnerungen an einen Maler, der gerne provokante, kritische Seitenhiebe verteilte an Kunstbetrieb und -markt.

Duchows beschwingte, offene Papierstudien spiegeln sich partiell wider in den gegenüber platzierten Farbräumen des in Mülheim lebenden Salz. Kreisformen treiben scheinbar umher in transparent schimmernden Grünzonen. Kompakt, kiloschwer sind die aus unzähligen Schichtungen von Epoxidharzen hervorgehenden, lackversiegelten Kompositionen. Jede Bewegung erzeugt neue Bildeindrücke und Spiegelreflexe.

Ein Stück Fluxus im wörtlichen Sinn offenbaren auch die eher poetisch wirkenden, gleichwohl systematisch angelegten Entwürfe von Gotthard Graubners Schülerin Rings. In sich geschlossene, lichtdurchwirkte Grüngehege werden umzingelt von pulsierenden Randzonen, die Beiklänge und Untertöne der in sich ruhenden Dominante einspielen.

Galerie Kunstraum 21, Adolfstr. 36, bis 10. August. Di- Fr 14-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr und nach Vereinbarung: 0171/3052222.