18. Bonner Schumannfest

Viel Lust, kaum Leid

Sag mir die Wahrheit über Liebe! Einen nicht ganz unriskanten Appell hatte das Künstlerquartett Anne-Theresa Møller (Mezzosopran), Lars Møller (Bariton), Frank-Michael Guthmann (Cello) und Pauliina Tukiainen (Klavier) seinem Liederabend am Sonntag beim Schumannfest im Theater im Ballsaal vorangestellt.

Zumal wenn das festivalumspannende Motto "Familienbande - Lust und Leid" heißt und dann auch noch zwei Ehepaare musizieren. Doch ganz wie eingangs beschworen, behielt hier die Lust die Oberhand.

Den Auftakt machten die Zwölf Gedichte aus Friedrich Rückerts "Liebesfrühling" für Gesang und Klavier op. 37, eine eheliche Gemeinschaftskomposition von Robert und Clara Schumann, getragen von euphorischem Liebesbekenntnis und wahrlich erkämpftem Eheglück.

Wie hervorragend die Akustik im Theater im Ballsaal ist, demonstrierte Bariton Lars Møller gleich vom ersten frappierend klaren Ton an. Die makellose Leichtigkeit der Lagenwechsel blieb den ganzen Abend über kennzeichnend für seine äußerst kultivierte Stimmführung und zog die Hörer in den Bann. Ebenso einnehmend präsentierte sich Mezzosopranistin Anne-Theresa Møller. Zweiter Bezugspunkt des Programms: das Volkslied.

Schumanns Fünf Stücke im Volkston für Violoncello und Klavier op.102 bravourös intoniert von Frank-Michael Guthmann (Cello) waren dafür ein großartiges Klangzeugnis. Nach den Zwei Gesängen für Gesang, Violoncello und Klavier op. 91 von Johannes Brahms dominierten im zweiten Teil Volkslieder von Brahms und Benjamin Britten.

Die vier Cabaret Songs Brittens nach Wystan Hugh Auden mochten da etwas aus dem kammermusikalischen Rahmen fallen, waren jedoch echte Entdeckungen. Überhaupt hatten die bestens aufgelegten Musiker sichtlich Spaß an ihrer Darbietung, was sich aufs kurzweilig unterhaltene Publikum übertrug.

Den Klavierpart bei all dem hatte Pauliina Tukiainen inne: Die Pianistin erwies sich als kongeniale Begleiterin. Naturgemäß zwar im Hintergrund glänzte sie gleichwohl mit empfindsamer musikalischer Präsenz und setzte subtile Akzente. Frenetischer Beifall.