Musikreihe JazzTube

Umsonst und unten

Umsonst und unten: Bei JAzzTube spielen an drei Wochenenden im August und September 15 Bands in Bonner
U-Bahnhöfen „Hauptbahnhof/ Thomas-Mann-Straße“ sowie „Universität/Markt“ und „Heussallee/Museumsmeile“

Umsonst und unten: Bei JAzzTube spielen an drei Wochenenden im August und September 15 Bands in Bonner U-Bahnhöfen „Hauptbahnhof/ Thomas-Mann-Straße“ sowie „Universität/Markt“ und „Heussallee/Museumsmeile“

Bonn. Runde fünf der Reihe JazzTube in Bonner U-Bahnhöfen startet am 26. August. Am 23. Oktober geben die Sieger des Online-Votings ein Konzert im LVR-Landesmuseum.

Aus den Metrostationen in Paris oder New Paris kennt man es schon lange – aber auch in Bonn hat Live-Musik in der U-Bahn inzwischen gute Tradition. Was 2012 damit begann, akustisch die Fühler auszustrecken, wurde von den Bonnern mit Neugier und Applaus goutiert und geht nunmehr in die fünfte Saison. JazzTube nennt sich das Musikformat: An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im August und September laden die Stadtwerke Bonn die Pendler an den Haltestellen „Hauptbahnhof/ Thomas-Mann-Straße“ sowie „Universität/Markt“ und „Heussallee/Museumsmeile“ zur Hörprobe ein. 15 Bands spielen im Untergrund und spiegeln die Vielfalt des Jazz.

Programmchef und Profimusiker Thomas Kimmerle hat bei seiner Planung ein weltoffenes Publikum im Sinn: So bindet das Marion und Sobo Duo seine internationalen Wurzeln instrumental und textlich in seine Stücke ein, und das Tamara Lukasheva Quartett um die ukrainische Sängerin geht es folkloristisch an. Insgesamt gab es bei JazzTube schon 80 Konzerte mit 275 Musikern. Das sind 7350 Minuten von Jazz, Funk und Soul über Latin und Singer-Songwriter bis zum Blues. Die ambitionierte Reihe ist ein Forum der Szene, aber auch dazu gedacht, Haltestellen als öffentliche Orte neu erlebbar zu machen.

Das lässt sich zum Start am Freitag, 28. August, ab 17 Uhr direkt ausprobieren. Gespielt werden – zeitversetzt – drei halbstündige Sets. Fans und Fahrgäste haben so die Möglichkeit, sich entweder alle drei Sets an einer Haltestelle anzuschauen oder während der Pausen zwischen den Stationen zu pendeln.

Die Band Four wartet mit einem Repertoire aus Standards, Bebop und Latin auf. Weiter geht es mit dem Dirk Schaadt Organ Trio, bei dem es vom ersten Ton an „funkt“. Und die Band Lizlane lässt ihr Publikum in eine dynamische, emotionale und facettenreiche Welt tauchen.

Am Samstag, 27. August, ab 12 Uhr spricht das Musikprojekt Pangea Ultima die Sprache des Jazz, um kulturelle Grenzen zu überwinden. Und das Marius Peters Trio featuring Heiner Wiberny hält ein ganzes Orchester unterschiedlicher Instrumente vor.

Michael Sorg und Band schlagen am Freitag, 2. September, im Untergrund ganz neue Töne an. Der Musiker nahm bereits an zahlreichen internationalen Festivals, zum Beispiel in Den Haag, sowie an den Leverkusener Jazztagen teil. Abschließend vereint das Marion und Sobo Duo facettenreiches Gitarrenspiel mit mehrsprachigen Texten. Und das junge Trio um Alexander Wünsche spielt sowohl Eigenkompositionen als auch Arrangements von Jazz- und Popsongs. Fortgesetzt wird JazzTube am 3. September vom Matthias Bergmann Quintett mit Flügelhorn, Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug sowie dem Soulification Project, das dem Soul mit einer frischen Mischung aus der eigenen Songschmiede huldigt.

Das mehrfach ausgezeichnete Tamara Lukasheva Quartett verbindet am Freitag, 9. September, folkloristische Elemente aus der Ukraine mit Klangwelten des europäischen Modern Jazz und der zeitgenössischen Klassik. Die Kompositionen des Zeuch/Kussmann/Schulte Trios erinnern an Stücke von Keith Jarrett. Und auch das Sabeth Pérez Quartett macht bei JazzTube Station und erzählt in modernem und instrumental geprägtem Stil die Geschichte eines Puzzles.

Zur Schlussrunde am Samstag, 10. September, zeigt das Benedikt Hesse Quintett , wie es sich anhört, wenn kubanischer Jazz auf New Orleans Funk stößt, während Christian Padberg alias Dad's Phonkey derweil die Grenzen zwischen Jazz oder Weltmusik aus lotet.

Zu JazzTube gibt es ein Online-Voting. Die drei Bands, die die meisten Stimmen auf sich versammeln, treten am 23. Oktober beim Abschlusskonzert im LVR-Landesmuseum auf.

Info: www.jazztube-bonn.de