"Spirit of Gospel" macht seinem Namen alle Ehre

Viel Beifall für den ersten öffentlichen Auftritt der 1999 gegründeten Formation in der Mehlemer St. Severin Kirche

Bad Godesberg. (Irmgard Wolf) Michael Langenbach, der mit dem 1999 von ihm gegründeten Chor "Spirit of Gospel" am Sonntag das erste öffentliche Konzert gab, durfte einen überwältigenden Erfolg verzeichnen. Die Pfarrkirche St. Severin konnte die Zuhörer kaum fassen, und selbst die "Logenplätze" auf dem Baugerüst waren besetzt.

Langenbach nennt seine Produktion mit Bedacht "Weißer Gospel", weil ihm bewusst ist, dass Europäer nicht den typischen Klang der ursprünglich von schwarzen Sklaven gesungenen Spirituals haben können.

Gospels sind eine Weiterentwicklung der Spirituals, zu deren heutiger Fassung auch Hymnen beigetragen haben. Und wenn Langenbach seinen Chor "Spirit of Gospel" nennt, so ist es genau das, was er will und erreicht: Den belebenden Geist einer neu formulierten Hinwendung zu Gott ausstrahlen.

Der Chor, mit 15 Gemeindemitgliedern begonnen, trat in Mehlem mit über 70 Sängerinnen und Sängern aller Altersgruppen auf, wirkungsvoll im schwarz-violetten Talar, imponierend in der Disziplin und der Spontaneität eines fast zweistündigen Konzertes und eindrucksvoll in der Choreographie der Schritte und Bewegungen, die Petra Glintenkamp zu den Gospels erarbeitet hat.

Sie ist auch die Komponistin des Gospels "Spirit of the Lord", das dem fünfstimmigen Chor mit der Begleitung des E-Pianos einen effektvollen Auftakt gab.

Das Programm bestand aus 19 Gospels überwiegend amerikanischen Ursprungs, teils von Langenbach arrangiert, schön im Dialog der Stimmgruppen und in der Intensität des vom Rhythmus beflügelten Vortrags.

Dieses Programm auswendig, in makellosem Englisch zu singen, war eine echte Leistung, und die klare Artikulation brachte auch die Texte so über, dass die Zuhörer oft spontan bei der Wiederholung mitsangen.

Bewegend die Strophen "When I need a friend" oder der große Aufschwung der Stimmen und der Choreographie "Hosannah to the king", der helle Klang der Soprangruppe beim Einsatz "Take me to the water".

Strahlender Stimmglanz beim "Halleluja", das in einer Dreiteilung des Chores auch von den Emporen der Kirche gesungen wurde mit einer optisch wirkungsvollen Zusammenführung aller Sänger, so dass eine diskrete Prise Show zur Begeisterung der Konzertbesucher beitrug. In das Gospel "O happy day" stimmten alle ein, und spendeten stehend Beifall.

Und sie spendeten auch ansehnlich für den guten Zweck des Konzertes: 1 030 Euro für Flutopfer im Osten, die katholische Pfarrei Heilige Familie, die evangelische Gemeinde St. Stephan in Dresden, das Behindertenheim St. Joseph und einen ökumenischen Kindergarten. Eine Delegation des Chores "Spirit of Gospel" wird die Spende überbringen. Ein weiteres Konzert ist für das Frühjahr 2003 vorgesehen.