Architekten ausgezeichnet

Sparkassen-Neubau überzeugte mit "unaufgeregter Vielseitigkeit"

Bonn. Die Jury des Bundes Deutscher Architekten hat "gute Bauten" ausgezeichnet. Alle 30 eingereichten Architekturprojekte werden bis zum 20. November im Kunstmuseum ausgestellt.

Was haben eine Sparkassen-Filiale, ein kreuzförmig angelegtes Wohnhaus und eine Kindertagesstätte gemeinsam? Sie alle sind im Rahmen des Regionalwettbewerbs "Auszeichnung guter Bauten" vom Bund Deutscher Architekten (BDA) für ihre außergewöhnliche Qualität gelobt und prämiert worden.

Bei der Preisverleihung im Kunstmuseum Bonn, in dem alle 30 eingereichten Architekturprojekte bis zum 20. November ausgestellt sind, gab der Vorsitzende des BDA Bonn/Rhein-Sieg, Nikolaus Decker, die drei von einer fünfköpfigen Fachjury (den Vorsitz hatte der Kölner Professor Johannes Schilling) gekürten Sieger feierlich bekannt; vier weitere Arbeiten wurden mit einer Anerkennung bedacht.

Die drei ausgezeichneten Gebäude könnten in Funktion und Architektur kaum unterschiedlicher sein. So ist der Sparkassen-Neubau am Friedensplatz von Professor Manfred Ortner und Florian Matzker mit seinen großen Fenstern scheinbar ein klassisches Bürohaus, das die Jury aber durch seine "unaufgeregte Vielseitigkeit" überzeugte. "Selbst eine Nutzung mit dem geringen ästhetischen Anspruch eines Elektrofachmarktes" könne der Bau "räumlich verträglich einfangen", so die Begründung.

Deutlich kreativer erscheinen dagegen das klassisch strenge, aber vom Grundriss her ungewöhnliche Wohnhaus im Erlengrund (Sankt Augustin) des Bonner Architekten Uwe Schröder und die durchgehend mit Holz verkleidete internationale Kindertagesstätte an der Heussallee in Bonn (Architekten Hirner und Riehl, München), die die Jury mit "eingestreuten Spielecken und verwunschenen Verstecken" sowie mit schönen Dachterrassen begeisterte.

Anerkennend äußerte sich die Jury auch über die Neugestaltung des Drachenfelsplateaus, das Haus des Ehepaars Denkler-Jacobs in Euskirchen-Kirchheim, die sanierte Burg Wissem in Troisdorf sowie ein Mehrfamilienhaus am Jagdweg in Bonn. "Die eingereichten Projekte demonstrieren eindrucksvoll, was Architektur leisten kann", sagte Decker.

Ähnlich äußerte sich Jurysprecher Christian Wendling, der sich sehr erfreut über "die große Bandbreite der Projekte und die vielen kreativen Lösungen" zeigte. Besonders seien alle Bauten. Doch nur die drei mit einer Auszeichnung versehenen Projekte werden zur Teilnahme am "Architekturpreis Nordrhein-Westfalen" nominiert.

Infos

Kunstmuseum Bonn; bis 20. November. Di-So 11-18, Mi bis 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.