Der Kunstraum 21 zeigt vier Positionen

Sommerfreude in der Galerie

Bonn. Den Titel "Sommerfreuden" für seine aktuelle Ausstellung hat sich Galerist Hans Vetter von dem 1912 verstorbenen Herman Bang geborgt. "Mein literarischer Geheimtipp", sagt Vetter schmunzelnd.

In der gleichnamigen Erzählung zeichnet der dänische Autor die Geschehnisse eines Sommers nach, als das ruhige Hotel eines Fischerdorfes überraschend von Feriengästen überschwemmt wird und in turbulentes Chaos stürzt.

Geheimtipps sind die vier Künstler, die Vetter in seiner Sommerfreuden-Ausstellung zeigt, dagegen längst nicht mehr. Gleich am Eingang begrüßt Tinka von Hasselbach die Besucher mit dem wunderbaren Großformat "Sonnenstaub", eine Hommage an das Licht der Toskana.

Auf dunkelrotem Grund ergießt sich ein zartes Gelb, gemischt mit Weiß und Silber, und beschwört die vibrierende Stimmung der italienischen Landschaft herauf.

Auch Imi Knoebel gehört zu den Stammgästen im Kunstraum 21. Seine Arbeit von 1980 bringt Tusche und Acryl auf Papier mit schwungvollen malerischen Gesten zusammen, die hinter der Plexiglas-Oberfläche liegen und dem Bild neue Räume eröffnen.

Holger Tibo (1951-2003) hat sich künstlerisch mit Licht- und Schattenbildern und der magischen Präsenz banaler Sujets beschäftigt. Im Bild "Doppelter-wes-fall" taucht der perspektivische Schattenriss eines einfachen Hockers auf. Fußspuren auf dem Hocker verraten indirekt die Anwesenheit des Menschen.

In den Arbeiten von Dirk Salz ist der Mensch ebenfalls präsent, denn in den hochglänzenden Oberflächen begegnet sich der Betrachter selbst. Salz überzieht MDF-Platten in vielen Schichten mit pigmentierten Harzen und versiegelt sie anschließend mit Lack.

Der spannende Austausch mit dem hermetisch verschlossenen Bild, seinen zarten Farbwerten und den Spiegelungen der Wirklichkeit kann beginnen.

Kunstraum 21
Adolfstraße 36;
bis 2. August,
Di-Fr 14-18, Sa 11-14 Uhr und nach Vereinbarung.