Musikalische Seele des Rheinlands

So lief das erste von zwei Konzerten der Bläck Fööss in der Harmonie

„Drink doch eine met“: Gründungsmitglied Erry Stoklosa.

„Drink doch eine met“: Gründungsmitglied Erry Stoklosa.

Die Bläck Fööss spielen zwei ausverkaufte Club-Konzerte in der Harmonie. Schon beim ersten Konzert am Dienstagabend ist das Publikum restlos begeistert. Am Mittwochabend kommt dann der zweite Auftritt.

Die Harmonie steht kopf. Kein Wunder, wenn die legendären Bläck Fööss gerade beim ersten ihrer zwei Clubkonzerte in Endenich „Drink doch eine met“ erschallen lassen. Selig singt das Publikum die kölsche Hymne auf die Geselligkeit mit, die längst essenzieller Bestandteil der rheinischen DNA geworden ist. So ein Lied schweißt zusammen, lässt eine Gemeinschaft entstehen, ein Gefühl der Zugehörigkeit. Kein Wunder, dass die Kölner „Nacktfüße“ diesen Titel nicht erst ans Ende ihres fast zweieinhalbstündigen Auftritts gesetzt haben. Sondern fast an den Anfang. Eine gute Entscheidung, ist das Publikum so doch direkt in der richtigen Stimmung. Und angesichts des umfangreichen Repertoires, das die Bläck Fööss im Laufe ihrer inzwischen 48-jährigen Karriere angesammelt haben und das von Folknummern („Buuredanz“) über Rock und Samba bis hin zu Mallorca-Schlager-Hits reicht, ist noch mehr als genug Stoff für das große Finale vorhanden.

Es ist schon etwas Besonderes, in einer derart intimen Umgebung den Bläck Fööss zu begegnen, die normalerweise etwas größere Hallen füllen. Die Fans begrüßen das, genießen die herrliche Atmosphäre im Konzertsaal und lassen sich auch von der stickigen Luft nicht entmutigen.

Stattdessen feiern sie eine Gruppe aus „sieben erogenen Pulverfässern“, in der Urgesteine und Neulinge gleichermaßen explodieren. Neben den drei Gründungsmitgliedern Erry Stoklosa, Bömmel Lückerath und Hartmut Reinhold Priess, die einst in diversen Beatgruppen die ersten Schritte im Rampenlicht wagten, sind seit vergangenem Jahr auch die beiden Sänger Mirko Bäumer und Pit Hupperten mit von der Partie und läuten in gewisser Weise einen Generationenwechsel ein.

Die Frischlinge machen ihre Sache allerdings auch hervorragend. Vor allem Hupperten setzt mit seinem entspannten Gesang immer wieder schöne Akzente, etwa bei dem neuen Titel „Mutter Colonia röf Dich“, während Bäumer bei dem Platters-Cover „The Great Pretender“ auf seine Vergangenheit mit den Queen Kings verweisen kann. Doch gerade bei den Klassikern führt kaum ein Weg an Erry Stoklosa vorbei. Nicht bei „Drink doch eine met“, nicht beim „Stammbaum“ – und natürlich nicht bei „En unserem Veedel“, dem Solidaritätslied, das letztlich das Ende einläutet. Auch wenn dieses doch länger auf sich warten lässt als ursprünglich geplant. Denn eigentlich, so betonen die Bläck Fööss, wollten sie sich mit den streikenden Gewerkschaftern solidarisch zeigen und nur zwei Stunden spielen. Aber nicht in der Harmonie. „Dat is egal“, schallt es da aus dem Saal. Und so kommen eben doch noch ein paar Stücke, bevor die Bläck Fööss sich endgültig verabschieden. Und zugleich versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.