Schumannfest

Signum Saxofonquartett zwischen Impressionismus, Jazz und Tango

Bonn. "Und das alles nur mit vier Saxofonen" - dieser Gedanke hat immer wieder ein bemerkenswertes Konzert im Theater im Ballsaal beherrscht.

Denn das Signum Saxofonquartett, das dort im Rahmen des 16. Bonner Schumannfests auftrat, ersetzte mit seinen Instrumenten nahezu beiläufig Streicher, Klavier, ja ganze Orchesterbesetzungen, ohne dabei den Charme der gespielten Stücke zu reduzieren. Mit Schwung und Gefühl nahmen die in Köln lebenden Musiker das Publikum mit auf eine kleine Zeitreise von Expressionismus über Neoklassizismus bis hin zu Jazz und Tango.

Lediglich die Auftaktkomposition war explizit für Saxofone geschrieben worden: Glasunows Konzert op. 109, ursprünglich für Alt-Sax und Streicher gedacht, stellte die erste Herausforderung für das brillant agierende Quartett dar. Vor allem Blaz Kemperle (Sopran-) und David Brand (Baritonsaxofon) spielten sich die musikalischen Bälle zu, die volksliedhaften Themen zwischen den von ihnen exzellent adaptierten Geigen- und Cellopassagen. Souverän agieren die Vier bei Ravels "Le Tombeau de Couperin".

Große Gefühle und der mit Abstand intensivste Moment des Konzerts standen dann bei Samuel Barbers bewegendes "Adagio for Strings" im Mittelpunkt. "Dieses Stück liegt uns sehr am Herzen", sagte Blaz Kemperle. Das merkte man: Mit geschlossenen Augen zelebrierten sie diese Ode.

Ein ganz anderes Spektrum an Möglichkeiten bot eine Suite mit Themen aus George Gershwins Oper "Porgy and Bess". Gekonnt imitierten die vier Holzbläser im Spiel der Klangfarben ein ganzes Orchester, ließen sich bei "Summertime" die nötige Zeit (zogen allerdings am Ende das Tempo etwas zu sehr an), swingten sich durch "There's a boat leaving soon" und "It ain't necessarily so" und landeten schließlich im großen Finale.

Auf das sie noch eins draufsetzten: Mit erfreulich gutem Drive sprangen sie vom Jazz in den modernen Tango und bedienten sich bei Astor Piazzolla.