Komödie feiert Premiere

Schon an der Kennedybrücke geht die Puste aus

Kurz vorm Exitus: Gerlinde Piepenkötter hat ihre Schwierigkeiten am Berg.

Bonn. Die Komödie "Wenn der Drachenfels ruft!" feiert Premiere und bringt ein Wiedersehen mit den Professoren Kersting und Piepenkötter.

Sie prustet und prustet, ihr Gesicht ist schmerzverzerrt, die Beine werden schwer. "Vielleicht sollten Sie einfach mal andere Berge als die aus Papier auf ihrem Schreibtisch besteigen", ruft ihr Georg Wilhelm Kersting entgegen. Der Professorin Friederike Gerlinde Piepenkötter liegt das Radfahren überhaupt nicht, ständig macht sie wilde Schlenker.

Die beiden rührigen Akademiker sind die Hauptdarsteller im neuen Theaterstück "Der Drachenfels ruft!" in der Galerie Lae. Der zweite Teil der Komödie mit Bonner Stadtgeschichten feierte am Wochenende Premiere, inszeniert und geschrieben wurde das fast zweistündige Stück von Galeristin Larissa Lae und Historiker Rainer Selmann.

Nachdem sich Kersting im ersten Teil in die strenge Professoren-Kollegin verguckte und sich als Hobby-Historiker versuchte, geht die zart keimende Liebesgeschichte nun bei einer Landpartie weiter. Die beiden radeln über die Kennedybrücke, entlang der Bundesstraße 9 und erklimmen sogar den Drachenfels. Immer wieder erzählt Kersting historische Anekdoten, um seiner Flamme zu imponieren.

So erfährt der Zuschauer beispielsweise, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts noch einen Fahrradführerschein gab. Die passende Fahrschule stand direkt an der B9, heute ist sie ein Weindepot. Es kommen auch pikante Details über den Drachenburg-Vergolder Paul Spinat ans Licht.

"Wir wollen, dass die Besucher Lachen und Lernen", sagt Larissa Lae. Im Oktober schlossen sich Lae und Selmann, der für seine historischen Stadtspaziergänge bekannt ist, für einen Tag auf dem Drachenfels ein und sammelten Ideen. Während sie das Stück choreographierte und schrieb, kümmerte er sich um die Geschichten.

"Das tolle ist, er kennt wirklich zu jedem Stein eine", erzählt Lae. Erst in den vergangenen zwei Wochen machten sie das Stück fertig. "Manchmal verzweifelten wir fast, es waren ja schon die Hälfte der Karten verkauft", sagt Lae. Die Nachtschichten hatten sich gelohnt: Die plumpen Anbahnungsversuche von Professor Kersting brachten die Zuschauer immer wieder zum Lachen.

Die nächsten Vorstellungen sind am 23. März, 12. April und 17. Mai jeweils um 20 Uhr in der Galerie Lae, Heisterbacherhofstraße 1. Weitere Informationen im Internet auf www.leben-ist-freude.de.