Bonner Oper

Schattenshow "Moving Shadows" begeistert

Bonn. Schattentheater? Der Begriff reicht nicht aus. Denn damit ist das, was "Die Mobilés" in ihrer spektakulären, berauschenden und mitunter sogar atemberaubenden Schattenshow "Moving Shadows" zeigen, keinesfalls angemessen charakterisiert.

Die aktuelle Produktion des Bewegungstheater-Ensembles, das seine Ursprünge in der Kölner Sporthochschule hat, holte in der Fernsehsendung "La France a un incroyable talent", der französischen Version von "Das Supertalent", den Sieg im Nachbarland. Wer jetzt das Gastspiel auf Einladung des Hauses der Springmaus in der Bonner Oper erlebt hat, kann die Entscheidung der französischen Jury nur zu gut verstehen. Sie musste sich einfach für die Mobilés entscheiden: "Moving Shadows" ist ein prickelnder Triumph, eine sinnliche Orgie für die Augen. Unwiderstehlich!

Gleich die ersten Choreografien hinter der Schattenwand (Tänzer, die zwischen sich bewegenden Vertikalbalken agieren) wecken Erinnerungen an den legendären Designer Maurice Binder, der jahrzehntelang die elegant-erotischen "opening titles" der James-Bond-Filmreihe gestaltet hat. Und tatsächlich wird in der zweiten Hälfte des Programms, im Rahmen eines Kinofilm-Medleys, dem erwähnten Künstler gehuldigt.

Zuvor jedoch beginnt mit dem Titelthema aus Vangelis' berühmtem "Blade Runner"-Soundtrack eine "schattenrissige" Weltreise, umwerfend charmant und einfallsreich choreografiert, siehe die Tischtennisplatten und Rikschas in Asien, die Nase an Nase reibenden Eskimos im Innern(!) ihres Iglus, die Kutsche von Queen Elizabeth II. und den Berliner Pannenflughafen.

Einen weiteren Themenkomplex eröffnet das achtköpfige Ensemble mit einem Ausflug in die Märchenwelt, in die Romantik (das schönste Tableau: Liebespaar am See füttert Schwäne) und die Flower-Power-Ära. Absolut hinreißend sind die Bilder von Urlaubsfreuden am Meer. Am Ende tosen hoch verdiente Begeisterungsstürme durch die Oper.