Brahmstage in Endenich

Raritäten im zügigen Tempo

BONN. Seit 2008 haben sich die Brahmstage in Endenich, die tri-mo-lo gemeinsam mit Pianist James Maddox veranstaltet, zu einer beliebten Tradition entwickelt. In diesem Jahr steht das Liedschaffen von Johannes Brahms im Mittelpunkt.

Das Eröffnungskonzert bestritt Maddox jedoch gemeinsam mit langjährigen Kammermusikpartnern, wobei die Besetzung an dem Abend von Stück zu Stück wuchs. Den Anfang machte er gemeinsam mit Geigerin Stephanie Himstedt mit Beethovens Violinsonate A-Dur op. 30, 1. Himstedt gelang es, das Werk mit ausgefeilter Dynamik und gut austariertem Vibrato gelungen umzusetzen.

Von ganz anderer Dramatik war das Klaviertrio d-Moll op. 49 von Mendelssohn, bei dem Cellistin Ines Altmann hinzustieß. In allen vier Sätzen gab Maddox ein recht zügiges Tempo vor. Die drei Musiker bewiesen ihr ausgezeichnetes Zusammenspiel. Nach der Pause gesellte sich zum abschließenden Klavierquartett von Brahms Bratschist Florian Kapitza hinzu.

Ähnlich wie schon bei der Beethoven-Sonate hatte Maddox mit dem Quartett A-Dur op. 26 ein eher selten gespieltes Werk ausgewählt. Brahms selbst hielt aber größere Stücke darauf als auf das bekanntere Quartett g-Moll. Im Kopfsatz gelang das Zusammenspiel in den Streichern noch nicht ganz so glatt, was sich jedoch schnell eingependelt hatte.

Merkwürdig mutet der langsame Satz an, in dem die Streicher weitgehend mit Dämpfer spielen. Dies gab Maddox jedoch die Chance, an dieser Stelle ganz klar zu dominieren. Mit großer Spielfreude und nun in ausgesprochen gutem Zusammenspiel endete so das Eröffnungskonzert der Brahmstage.