Prix-Pantheon-Jury zeichnet Gewinner aus

Moderator Fritz Litzmann (Rainer Pause) verkündete zum Finale des Prix Pantheon 2011 die Gewinner des Jurypreises "Frühreif und Verdorben". Er wird geteilt und geht an den Niederländer Philip Simon, Jahrgang 1976, sowie an einen 49-jährigen Wiener namens Gunkl (Günther Paal).

Bonn. Der eine hatte bereits am ersten Wettkampftag die Zuschauer für sich erobert: frisch, fröhlich, frei - genau so wie der Deutsche seinen holländischen Nachbarn mag.

Den anderen - a bisserl kopflastig, recht sarkastisch und mit verbalem Feinschliff - dürften hingegen nicht alle im Saal auf ihrer Rechnung gehabt haben, als Moderator Fritz Litzmann (Rainer Pause) zum Finale des Prix Pantheon 2011 die Gewinner des Jurypreises "Frühreif und Verdorben" verkündete. Er wird geteilt und geht an den Niederländer Philip Simon, Jahrgang 1976, sowie an einen 49-jährigen Wiener namens Gunkl (Günther Paal).

Publikumspreisträger mit dem Titel "Beklatscht und Ausgebuht" ist der 1973 in Rüsselsheim geborene Stand-up-Comedian Frank Fischer. "Jung, unkonventionell, blitzgescheit" nennt die Jury Philip Simon. Er sei "ein akkurater Beobachter und brillanter Performer". Seinem österreichischen Kollegen attestiert die Laudatio ein ganz besonderes Talent zum "Großreinemachen im Schädel".

Frei nach dem Motto "Die wahren Abenteuer sind im Kopf". Gunkl sei der "Wittgenstein unter den Kabarettisten, ein Sprachphilosoph und Denker, der den Dingen des Lebens auf den Grund geht". Seine Art, Selbstverständlichkeiten gegen den Strich zu bürsten, besitzt - wie sollte es bei einem Wiener anders sein - ihren ganz besonderen Charme. Den von ihm ausgelobten "Prix Hominide" hat er mehr als verdient.

Was sich mit gewissen Abzügen in der B-Note auch von Frank Fischer sagen lässt. Sein Auftritt ist gelungen, sogar routiniert. Und genau dort liegt das Problem. Die Themen sind vom Bahnfahren bis zur Radiowerbung fürs Schwabenmüsli sattsam bekannt und zielen zu sicher auf den Mainstream ab. Da wäre mehr drin gewesen. Was Frank Fischer demnächst sicherlich noch wird beweisen können

Bei zwei weiteren Kandidaten dürfte sich die Lust darauf allerdings in Grenzen halten. So konnten Kristian Kokol und Angelika Knauer als "Frau Klein auf Touren" nicht ansatzweise überzeugen. Wer zuvor noch nicht wusste, was der Begriff "Fremdschämen" bedeutet, bekam hier Anschauungsunterricht. Was in Kokols Falle schräg und verrückt wirken sollte, geriet zur fortwährenden Peinlichkeit, die noch dazu mit unappetitlichen Details und überflüssigen Zoten durchsetzt war.

Absolut indiskutabel, so dass man zugunsten des Kandidaten hoffen möchte, er habe nur einen schlechten Tag erwischt. Wie lang allein eine Minute sein kann, wenn der erwartete Applaus ausbleibt, musste Frau Klein erfahren. Man weiß nicht so ganz, wo man hinschauen soll - auf die Bühne jedenfalls nicht. Im guten Mittelfeld des Prix Pantheon 2011 ist Götz Frittrang zu finden. Das Klischee von den unabhängigen Katzenliebhabern und den autoritätshörigen Hundebesitzern wurde selten so gekonnt seziert wie von ihm.

Mit einer unverwechselbaren Handschrift wartet auch "The Fuck Hornisschen Orchestra" auf. Aus dem Zusammenspiel von Poetry-Slammer Julius Fischer und Sänger Christian Meyer entsteht eine bemerkenswerte Mixtur, die in der der rührseligen Pony-Geschichte "Ligthnings letzte Hoffnung" ihren Höhepunkt findet. Das macht Laune, und davon darf es bei Gelegenheit gern mehr sein.