Open-Air im Arkadenhof

Poppelsdorfer Schlosskonzerte erneut in Bonner Uni

Heribert Beissel im Innenhof des Poppelsdorfer Schlosses.

Heribert Beissel im Innenhof des Poppelsdorfer Schlosses.

Bonn. Weil aufwendige Sanierungsarbeiten die Auftritte im Poppelsdorfer Schloss verhindern, finden die fünf Open-Air-Konzerte im Juli und August erneut im Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität statt. Vorerst geht jedoch nur die Hälfte der Karten in den Vorverkauf.

Auch wenn es bei dem einen oder anderen Konzertgänger zu Irritationen führen mag: Auf den Markennamen „Poppelsdorfer Schlosskonzerte“ wollen der Dirigent Heribert Beissel und sein Team von der Klassischen Philharmonie auch dann nicht verzichten, wenn die Reihe gar nicht im Poppelsdorfer Schloss stattfindet. Da dort die aufwendigen Sanierungsarbeiten noch eine Weile andauern werden, hat man sich mit der Bonner Universität darauf verständigt, wie im vergangenen Jahr auf den Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität auszuweichen. „Die Uni hat da sehr großes Entgegenkommen gezeigt“, sagte Beissel bei der Vorstellung des diesjährigen Programms im Büro des Bonner Orchesters.

Dass nur etwa die Hälfte der etwa 1500 Karten pro Konzert in den Vorverkauf gehen, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Denn bei Regen ziehen wir in die Aula der Universität um“, sagte Beissel. Dort stünden weit weniger Plätze zur Verfügung. Wenn also nicht gerade schwere Regenwolken über der Stadt hängen, ist die Chance groß, an der Abendkasse noch sogenannte Schönwetterkarten zu erhalten.

Konzerte im Juli und August

Insgesamt fünf Open-Air-Konzerte bietet die klassische Philharmonie in diesem Jahr an. Die Reihe startet am Samstag, 7. Juli, 20.30 Uhr, mit einem Konzert, das unter dem Motto „Instrumentales aus Italien“ steht. Zu hören gibt es eine Ouvertüre von Gioachino Rossini, Oboenkonzerte von Domenico Cimarosa und Vincenzo Bellini sowie Joseph Haydns „Militärsinfonie“. Solistin in den Oboenkonzerten ist Tsai-Chen Juan. „Bei den Open-Air-Konzerten entscheiden wir uns meist für Solokonzerte für Bläser, weil ein Streichinstrument weniger gut trägt“, sagte Beissel am Mittwoch.

Probleme in dieser Hinsicht dürfte auch Sayaka Matsukubo kaum haben. Denn sie spielt Trompete und ist Solistin in Johann Nepumuk Hummels Konzert in Es-Dur für dieses Instrument. Außerdem erklingt am 14. Juli Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“, die auch den Titel für das Konzertmotto liefert und bei den Schlosskonzerten längst Kult ist.

Open-Air-Reihe schließt musikalische Lücke

Zum Finale gibt's Franz Schuberts Sinfonie Nr. 3. Höhepunkte der drei weiteren Abende sind unter anderem die Aufführung von Ludwig van Beethovens von feinem und geistreichem Witz und Humor geprägter Sinfonie Nr. 8 (21. Juli), das Klarinettenkonzert Nr. 2 von Carl Maria von Weber mit dem Solisten Alexander Hildebrand (28. Juli) sowie der Arien-Abend mit der Sopranistin Larisa Akbari (4. August). Damit die Musik nicht durch Verkehrslärm auf der angrenzenden Straße gestört wird, wird wieder eigens eine Schallschutzwand installiert.

Die Open-Air-Reihe schließt die musikalische Lücke zur nächsten Saison der Wiener-Klassik-Konzerte, die in Bonn am 3. Oktober im Großen Saal des Maritim Hotels beginnt. „Wir sind das einzige Bonner Ensemble, das das ganze Jahr durchspielt“, sagt der 85-jährige Dirigent.

Karten für alle Konzerte gibt es bei Bonnticket. Abos für die Reihe „Wiener Klassik“ können bei der Klassischen Philharmonie (Belderberg 24, 53 113) bestellt werden. Infos im Internet: www.klassische-philharmonie-bonn.de.