"Plug-in" bietet Raum für zeitgenössische Kunst

BONN. Dass der Großteil der Premierenbesucher während der Eröffnung des Ausstellungsortes draußen auf der Bornheimer Straße in Bonn steht, ist nicht weiter schlimm. Die Kunst, die in Form einer Videoinstallation in das Schaufenster eingebaut wurde, richtet sich ohnehin nach außen.

Außerdem sind die beiden Zimmer des "Plug-in" so winzig, dass bei mehr als einem Dutzend Personen bereits Gedränge herrscht. Christine Rühmann und Sjaak Beemsterboer, die Initiatoren der frisch eröffneten Räume für zeitgenössische Kunst, scheint deren Enge und wenig repräsentative Erscheinung nicht zu stören. Im Gegenteil, das Künstlerpaar ist stolz auf die neue Location und wirkt unternehmungslustig.

Die Pause nach dem Projekt "Fully booked" im vergangenen Jahr, als sie das ehemalige "Hotel Beethoven" kurz vor seinem Abriss in eine fantastische Kunstausstellung verwandelten, hätten sie gebraucht, sagt Rühmann. Jetzt wollen sie sich verstärkt der Medien-Kunst widmen und im "Plug-in" Künstler präsentieren, die in den Bereichen Video, Internet, interaktive Installation oder Sound Art arbeiten. Ein internationales Netzwerk soll aufgebaut und der künstlerische Nachwuchs beteiligt werden.

Mit der ersten Ausstellung, in der die "Annäherung ans Nichts in 70 Fällen" von Daniel Schürer im Mittelpunkt steht, ist der Einstand gelungen. Für die Videoinstallation hat Schürer Kindergartenkindern beim Nichtstun gefilmt. 30 Sekunden lang sollten die Zwei- bis Fünfjährigen vor der Kamera sitzen und gar nichts tun, was den Kleinen offenbar ausgesprochen schwer fiel.

Die Arbeitet bietet Anlass, um über die Gegenwelt von Erwachsenen und Kindern, über kleine und große Nichtstuer und über die Suche nach dem Nichts nachzudenken. 

Plug-in, Bonn, Bornheimer Straße 31; Sa 16-19, So 14-17 Uhr; Finissage mit multimedialer Performance am 10.12. um 19 Uhr.