Auftakt der Konzertreihe in Bonn

Passenger fasziniert 2500 Zuschauer auf dem KunstRasen

Ein ehrlicher Typ: Passenger eröffnet die Konzertsaison auf dem KunstRasen in der Rheinaue.

Ein ehrlicher Typ: Passenger eröffnet die Konzertsaison auf dem KunstRasen in der Rheinaue.

Bonn. Beim Auftakt der diesjährigen KunstRasen-Saison in der Rheinaue passt an diesem Donnerstagabend eigentlich alles. 2500 Zuschauer genießen den charmanten Singer-Songwriter-Pop von Passenger. Am Freitag folgt das Konzert von Brings.

Alles ganz entspannt hier. Die Sommersonne nähert sich dem Horizont, ein leichter Wind vertreibt die drückende Hitze, und von der Bühne schallt Gute-Laune-Musik, die die Menge zum Klatschen und Jubeln bringt.

Zum Glück ist das drohende Unwetter ausgeblieben, sehr zur Freude der mehr als 2000 Fans, die auf das Gelände in der Gronau gekommen sind, um mit Mike Rosenberg alias Passenger ein paar schöne Stunden zu verbringen.

Sie genießen den charmanten Singer-Songwriter-Pop des Briten, der so natürlich daherkommt und gerade dadurch eine magische Wirkung hat, die leichten, unbeschwerten Lieder, die allerdings auch mal explodieren können und in jenen Momenten rau und kantig die Idylle in Frage stellen.

Eben typisch Passenger, der in diesem Jahr nicht nur sein aktuelles Album "Young As The Morning, Old As The Sea", sondern auch gleich seine komplette Band mitgebracht hat, was ihm eine noch größere Dynamik ermöglicht. Und einen schönen Klang. Der im Kern allerdings schon hinlänglich bekannt ist.

Wer Passenger bereits ein wenig kennt und von ihm anno 2017 einen frischen Sound erwartet, auf Innovationen und Veränderungen im Klangbild des 33-Jährigen hofft, der dürfte an diesem Abend zumindest ein bisschen enttäuscht werden. Ein Unterschied zu seinem letzten Auftritt in Bonn vor zwei Jahren besteht neben der Instrumentierung höchstens in den Titeln - die Inhalte und vor allem die Melodien sind dagegen die gleichen geblieben. Aber warum auch nicht?

Passenger hat damit seit seinem großen Hit "Let Her Go" (2013) Erfolg, und die ehrliche Musik, die aus seinen Fingern und von seinen Lippen tropft, hat von ihrem Zauber nichts verloren. Mal lehnt er sich zurück, versinkt ganz in sich, singt zärtlich eine feine Ballade, nur um sich im nächsten Augenblick emporzuschwingen und der Menge eine Hymne entgegenschmettert, die - sofern der Refrain nicht bereits bekannt ist - zumindest zum Mitwippen animiert. Das fordert Passenger auch ein, und ihm kann man ohnehin kaum etwas abschlagen. Zu sympathisch wirkt er, zu ehrlich, zu authentisch.

Man will ihm einfach abnehmen, dass er immer noch gerne Straßenkonzerte gibt, weil er damit angefangen hat und weil sie ihn seinen Fans näher bringen als alles andere. Man will daran glauben, dass er wirklich so lässig ist, wie er sich gibt, und dass er sich nicht verbiegen lässt von den Zwängen des Mainstreams, von dem er doch schon längst vereinnahmt worden ist. Was aber letztlich auch egal ist. Wichtig ist nur, dass Passenger Freude bereitet. Uns zwar ohne wenn und aber.

Brings vor 7000 Zuschauern am Freitag

Zuvor hatten schon der leidenschaftliche Vagabund Stu Larsen sowie die exzellente niederländische Indie-Rockband Kensington (letztere wuchtige, mitunter fast brachiale Klanggebirge auftürmend und damit einen deutlichen Kontrast zu den anderen Bands des Abends bildend) für Stimmung gesorgt. Ein Auftakt nach Maß, auf den einen Tag später mit dem Konzert von Brings ein weiteres Highlight folgen wird. Dann wird nämlich vor rund 7000 Gästen wieder richtig gerockt. Und das im besten Fall ganz entspannt.