Verabschiedung von Klaus Zerres

Neujahrsempfang im Kunstmuseum Bonn

Museumsfreunde: (von links) Rolf Clement, Klaus Zerres und Stephan Berg.

Museumsfreunde: (von links) Rolf Clement, Klaus Zerres und Stephan Berg.

Bonn. Neujahrsempfang der Freunde des Kunstmuseums Bonn: Der neuer Vorstand präsentiert sich, der früherer Vorsitzende Klaus Zerres wird verabschiedet.

Abschied und Neuanfang: Beides stand im Mittelpunkt des sehr gut besuchten Neujahrsempfangs des Kunstmuseums Bonn am Sonntagabend. Vor Kunstfreunden sowie Vertretern von Kultur, Politik und Wirtschaft verabschiedete Intendant Stephan Berg den Humangenetiker Klaus Zerres, der zehn Jahre lang an der Spitze des Museumsvereins mit „zentralen Ankäufen“, so Berg, die Arbeit des Kunstmuseums unterstützt habe.

Zerres sei ein „menschenfreundlicher Ironiker“, „kein Zampano oder Showman, der das Museum als Eventbude gesehen und missbraucht hat“, lobte ihn Berg: „ein Mann der Zwischentöne mit der Fähigkeit zur Differenzierung, immer in Solidarität mit der Institution“. Als „zentrale kulturpolitische Tat“ würdigte Berg Zerres' Haltung und Einsatz im Restitutionsfall rund um das Gemälde „Leuchtturm“ von Paul Adolf Seehaus.

Auch der Journalist Rolf Clement, seit sechs Wochen neuer Vorsitzender des Vereins der Freunde, lobte die Arbeit seines Vorgängers: „Geradlinigkeit und eine klare Positionierung zeichnen Dich aus.“ Clement übergab Zerres die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft. Der überaus Gelobte gab sich „tief bewegt“ und ließ die Gäste des Empfangs an seinen Gedanken zur Kunst und über Museen teilhaben, die er als „Entwicklungsabteilungen unserer Gesellschaft“ sieht.

"Kunst und Kultur sind wichtige Standortfaktoren"

Sie seien geeignet, gedankliche Trampelpfade zu verlassen und Anregungen für Problemlösungen zu geben. Dem Kunstmuseum Bonn und dem Verein der Freunde rief er noch zu: „Kunstmuseen sind Bildungseinrichtungen. Kunst soll und muss aber auch Spaß machen.“ „Die Lust aufs Bild“, darauf solle der Verein hinarbeiten.

Zuvor hatte Clement die Mitglieder des neuen Vorstands vorgestellt. Neu sind der Rechtsanwalt Wolfgang Miessen und der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Christoph Scheur. Bestätigt wurden Carolin Striebich, Nicola Weppelmann und Ulrich Schlottmann. Intendant Berg ist „geborenes Mitglied“, der neue Vorsitzende Clement war jahrelang Mitglied des Vorstands. Schatzmeister Michael Plössner ist wie Zerres aus dem Vorstand ausgeschieden. „Die Kultur muss in unserer Bonner Gesellschaft einen höheren Stellenwert haben.

Kunst und Kultur sind wichtige weiche Standortfaktoren“, befand Clement in seiner Rede. Der Vorsitzende rief zu mehr Engagement auf, erinnerte an die Aktion „Ein Bild für Bonn“, dank der es mit vielen Förderern gelang, das Bild „Die Schlacht Nr. 8“ von Imi Knoebel für Bonn zu sichern. Der Verein werde weiterhin seinen Beitrag leisten, „die Sammlung des Museums sinnvoll zu erweitern“.

Clement wünscht sich einen Blick über den Tellerrand der Kunst – ein Zeichen dafür war die Einladung der Theatergruppe „G.I.F.T“, die eine Kostprobe aus der Produktion „Immigro Ergo Sum“ gab, die im Oktober 2017 im Euro Theater Central Premiere hatte. Tiefe Gedanken über den Sinn des Lebens und die Krise der Identität – die Gäste im Kunstmuseum nahmen die schwere Kost geduldig hin.