Erotisches im Dämmerlicht

Neue Bonner Galerie Horster startet mit "Salon Noir"

Komponist und Fotokünstler: Werk von Werner Kiera.

Komponist und Fotokünstler: Werk von Werner Kiera.

Bonn. Ein großzügig geschnittener Villensaal, von dem aus eine Treppe in den Garten führt, dort ein Feuerplatz mit Sicht auf ein Schwimmbad. Aus dieser Infrastruktur will Junggalerist und EDV-Profi Ulrich Horster ein exklusives Konzept entwickeln.

Die recht abgefahren inszenierte Premiere vermittelt ein Vorgeschmack auf Kommendes. Gastkünstler ist der im Bereich Datenverarbeitung aktive Fotokünstler und Komponist Werner Kiera.

Das mit "Salon Noir" betitelte Projekt (Kuratorin: Anne Kotzan) des auf analoge sowie digitale Schwarz-Weiß-Fotografie eingeschworenen Bonners entfaltet vornehmlich ab Dämmerungseinbruch seinen intimen, geheimnisumwobenen Charme.

Der nunmehr durch einen schwarzen Vorhang zweigeteilte Showroom wird erhellt durch Kerzenlicht, derweil man den "Salon Noir" im Geleit einer Taschenlampe zu erkunden hat. Das Spotlight fällt hier auf laszive, mit erotischer Verführungsmagie aufgeladene Aktstudien, die auf dem Dachboden des Kölner Kunsthauses Rhenania entstanden sind.

Das spielerisch am Computer sowie auf dem iPhone bearbeitete, an Kohlezeichnungen oder Gouachen erinnernde Bildmaterial offenbart eine Vielfalt von nah herangeholten, oft unscharfen Körperausschnitten, Posituren und Accessoires.

Von sinnlichem, fantastischem, mitunter surrealem Ambiente bestimmt sind im Kerzenschein schimmernde, mit "existenzialistischem Tenor" (Kiera) befrachtete Porträts.

Zum Zuge kommen Überblendungen, Montagen und raffinierte Motivexperimente. Im Außenbereich wird auf einer Projektionswand die in ein Klanggemälde von Kiera eingebettete Dokumentation der zuvor in Köln gezeigten Fotoschau gezeigt. Im Pool erstrahlt eine Vergrößerung des Einladungsmotivs.

Galerie Horster, Bennauerstr. 51, Finissage, Freitag, 4. Dezember, 17 bis 20 Uhr. Do-So, 17 bis 20 Uhr.