Musik zur Passionszeit

BONN. Buxtehude und Bach, Distler, Pepping, Hammerschmidt - um diese Namen kreiste ein sehr stimmig komponiertes Konzert zur Passionszeit, mit dem das Bonner Vokalensemble in der Lutherkirche gastierte.

Dietrich Buxtehude, Bachs großes Vorbild, war mit zwei seiner rund 140 Kantaten vertreten ("Ich habe Lust abzuscheiden", und "Jesu meine Freude"). Die Musik für dreistimmigen Chor und zwei Solisten ist eher unkompliziert, dabei aber von enormer Tiefe und Eindringlichkeit und entfaltet manchmal sogar einen eigentümlich mystischen Zauber.

Das Ensemble in Kammerchorstärke blieb der Musik nichts schuldig, so gelöst und schwingend wurde da gesungen, so differenziert und wortorientiert gestaltet. Ulrike Ludewig als Dirigentin strahlte eine völlig natürlich wirkende Sicherheit aus und führte ihre Sängerschar (wie auch das sehr kompetent aufspielende Instrumentalensemble) mit ebenso präzisen wie motivierenden Gesten.

Dasselbe gilt für die Wiedergabe der Bachschen Kantate Nr. 150 ("Nach dir, Herr, verlanget mich"). Zwar waren es der Herren nur sieben, allein sie erfüllten ihre Aufgaben vorbildlich. Die Frauen wiederum wussten sich in zwei geistlichen Konzerten von Hammerschmidt ausgezeichnet in Szene zu setzen.

Als Solisten hatte man die koloraturengewandte Sieglinde Schneider (Sopran) und den ausgezeichnet artikulierenden Bassisten Christoph Scheeben gewonnen. Hingebungsvoll dargeboten wurden auch die übrigen Musiken, darunter epigrammatisch kurze Motetten von Ernst Pepping.