"Jazz In Concert": Frank McComb

Meister aller Klassen

BONN. Die neue Serie von "Jazz In Concert" startet mit dem Soul-Musiker Frank McComb im Pantheon-Casino

"Butterweich" ist ein gerne bemühtes Attribut für die Musik von Frank McComb: Seine herrliche Stimme, sein Soul-Gesang, das jazzige und funkige Keyboardspiel gehen wirklich unter die Haut. Der 44-Jährige aus Ohio wird das Pantheon-Casino mit Wärme und weichem Schönklang fluten - so viel kann man jetzt schon sagen. Ein ungewöhnlicher Auftakt für die mittlerweile vierte Jazz-Saison, die Thomas Kimmerle im Casino-Keller organisiert. Erneut verspricht sein Programm mit fünf Konzerten ein breites Spektrum voller Überraschungen auf bewährt hohem Niveau. Mit Frank McComb, seiner Band und feinem Soul-Jazz startet die Reihe "Jazz In Concert" am 19. Januar.

Altmeister Dusko Goykovich (83) übernimmt am 2. Februar, ein Schwergewicht in der Trompeter-Szene, im vergangenen Jahr mit dem Jazz Echo fürs Lebenswerk geehrt. In seinem Quartett glänzen der großartige Martin Sasse am Piano, der schon etliche Casino-Abende zum Ereignis machte, Henning Gailing (Kontrabass) und Joost van Schaik (Schlagzeug). "Er gilt als Souverän aller Spielklassen, dem es bei aller Virtuosität und musikalischer Kompetenz trotzdem niemals wichtig war, als der Weltstar gefeiert zu werden, der er eigentlich ist," lautete die Begründung der Echo-Jury.

Bei einem ebenfalls von Kimmerle kuratierten Probelauf (mit Fünf-Gänge-Menü) im Stieler-Haus im November 2014 am Tegernsee begeisterten Goykovich und Sasse mit Titeln wie "My secret love", und "You're my everything", spielten Bossa und Soul, "I'll close my eyes" und "Summertime". Man darf auf das Gastspiel in Bonn gespannt sein.

Das Trio des Gitarristen Axel Fischbacher kommt am 15. März. Fischbacher, der in Hilden auch die ambitionierte Reihe "Blue Mondays" organisiert, bringt den in Genf aufgewachsenen israelischen Saxofonisten Ohad Talmor nach Bonn. Martin Gjakonovski - bewährter Gast im Casino am Kontrabass - und der exzellente Schlagzeuger Adam Nussbaum sind auch dabei. Das im vergangenen Jahr erschienene Album "Singular Curves" von Steve Swallow, Talmor und Nussbaum weckt hohe Erwartungen: Talmor erweist sich dort als inspirierter, feinfühliger Improvisierer.

Schon ein paar Akkorde auf der Hammond B3 entführen den Zuhörer in eine andere Galaxie, ein bluesiger Gitarrenlauf, klagender Gesang, ein unverwechselbarer Sound: Seit fast 20 Jahren verzaubern die Afro Lounge Brothers ihr Publikum mit Stücken wie "Guilty". Ins Casino kommen die Brothers, bestehend aus dem neuseeländischen Saxofonisten Hayden Chisholm und dem Hammondorganisten Pedja Avramovic, am 13. April. Chisholm ist gerade zum "Improviser in Residence 2015" in Moers gekürt worden, Nachfolger von Julia Hülsmann.

Als Gast haben die "Brüder" den Kölner Gitarristen Bruno Müller dabei, ein Multistilist, der im Jazz und im Funk ebenso zu Hause ist wie in Pop und Soul. Sogar mit Heino hat er gespielt. Aber seine große Klasse entfaltet er als Improvisateur und dem wilden Experiment zugetaner Soundtüftler.

Die vierte Casino-Staffel endet am 27. Mai mit der neuen Jazz-Rock-Formation Jin Jim, die Musiker aus Bonn, Köln und Peru vereinigt und ihr Debütalbum "Beyond Landscapes" per Crowdfunding auf den Markt bringen will. Kimmerle verspricht "Hip-Hop Beatbox Flöten, Deutsch-Balkan-Grooves sowie Klanglandschaften aus Island und Spanien".

Karten der Reihe Jazz in Concert gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Geschäftsstellen. Informationen: www.jazzinconcert.com