Liebe, Lust und Leide

Collegium-cantandi spielt Orff und Brahms im Bonner Volksbankhaus

Bonn. Starke Gegensätze prägten das Sommerkonzert des Collegium cantandi im Foyer des Volksbank-Hauses. Während der zweite Teil Carl Orffs lebensfrohe "Carmina burana" enthielt, war der erste Teil den intimen "Liebesliederwalzern" von Johannes Brahms vorbehalten.

Heftige Gefühle gegenüber dem weiblichen Geschlecht hegt hier ein schwärmerischer Liebhaber, "wilde Glutgefühle" werden in seine "kühle Brust" geschleudert, seine Seele ist "erschüttert von Liebe, Lust und Leide". Die Frau wiederum möchte als "arme Dirne glühn, einem zu Gefallen sonder Ende Wonne sprühen."

Brahms greift die Stimmung und die Untertöne der Gedichte in einer subtilen chorischen Kammermusik auf: eine Liebesgeschichte mit allem Weh und Ach. Heinz-Walter Florin hatte das Ensemble sorgsam auf die zarte Poesie der Stücke vorbereitet. Als zuverlässiger Pianist erwies sich Roderick Shaw.

Für die "Carmina burana" hatte sich Florin der Unterstützung durch den ebenfalls von ihm geleiteten Männerchor Eintracht Porz versichert.

Das Publikum erlebte eine spannungsvolle Aufführung, der Chor meisterte den Wechsel zwischen Parlando-Gesang, einschmeichelnden Melodien, Chorpartien und spöttischen Einlagen eindrucksvoll. Sogar ein Kinderchor, gebildet aus Sprösslingen von Ensemblemitgliedern, kam zum Einsatz.

Hervorragend besetzt war das Solistentrio mit Mariola Mainka, Sopran, Thomas Heyer, Tenor und Jan Pavel Nowacki, Bariton. Unterstützt wurden die Sänger und Solisten vom Schlagzeugensemble Christoph Caskel, an den Flügeln agierten souverän Roderick Shaw und Christina Mason.