Leopold Klieeisen überzeugt als "Kleiner Prinz" in Bonn

Mal mit erstaunlicher Leichtigkeit, mal melancholisch - Am Jungen Theater spielt der 12-Jährige Alternativbesetzung

Bonn. Schade, dass Autor Antoine de Saint-Exupéry 1943 kurz nach der Veröffentlichung des "Kleinen Prinzen" gestorben ist und vermutlich nicht einmal annährend geahnt hat, wie das in mehr als 100 Sprachen übersetzte kleine Büchlein Millionen Menschen verzaubern und inspirieren würde.

Die Inszenierung von Hans Schernthaner im Jungen Theater Bonn unterstrich die vielseitige Interpretierbarkeit des Werks. Der kleine Prinz (Leopold Klieeisen) hat seinen Planeten B 612 verlassen, um einen wahren Freund zu finden.

Auf seiner Reise durch das Weltall begegnet er einer Vielzahl von merkwürdigen Erwachsenen: Sie wollen befehlen, wo es keinen Untertan gibt, zahlenverliebt besitzen, was allen gehört, die Welt erforschen, ohne den Schreibtisch zu verlassen, saufen, um zu vergessen, dass man sich wegen des Saufens geniert und für ihr absurdes Verhalten schließlich auch noch bewundert werden.

Optisch eingeführt werden die Szenen mittels beeindruckender Projektion (Daniel Winter) charakteristischer Gegenstände: Flasche beim Säufer, Rechenschieber beim Geschäftsmann oder Spiegel beim Narziss. Die Schauspieler Steffen Lehmann und Inka Lioba Bretschneider schlüpften rasant in die unterschiedlichen Charaktere und beeindruckten mit Wandlungsfähigkeit.

Dem 12-jährigen Leopold Klieeisen, der nach der Premierenbesetzung mit Matthias Beckonert (siehe Premierenbericht im General-Anzeiger vom 12. Januar) nun in die Titelrolle schlüpft, gelang es mit erstaunlicher Leichtigkeit ausdrucksstark, den kleinen Prinzen gleichzeitig unbefangen fröhlich, staunend wissbegierig und dennoch melancholisch darzustellen.

Gleichermaßen begeistert ließen sich sowohl die jungen und als auch die erwachsenen Zuschauer im ausverkauften Theater in die tief berührende Welt des kleinen Prinzen entführen.

Externer Link Weitere Informationen unter www.jt-bonn.de