Bonns kollektiver "SaisonstART"

Kunst in Bewegung

Gemeinsame Aktion: Die Initiatorinnen von "SaisonstART" Gisela Clement (rechts) und Nicola Weppelmann vor Katharina Grosses bunter "Scherbe" vor dem Kunstmuseum Bonn.

Was können Köln und Düsseldorf, was Bonn nicht auch schaffen könnte? Diese naheliegende Frage brachte Gisela Clement von der kunstgaleriebonn und Nicola Weppelmann vom Verein der Freunde des Kunstmuseums Bonn vor einem halben Jahr auf die Idee, Bonn einen kollektiven Kunststart zu verordnen.

Was in Köln und Düsseldorf die Kunstfans in Scharen aktiviert, soll nun auch in Bonn klappen. Die beiden Organisatorinnen kontaktierten potenzielle Teilnehmer, die Initiative sprach sich rum, sogar ein Big Player der Bonner Kunstszene, die Bundeskunsthalle, habe unbedingt mitmachen wollen, so Weppelmann. "Es tut sich überall etwas", sagt Clement und widerspricht damit Unkenrufen, die Bonner Kunstszene sei eigentlich ziemlich tot.

Der Gegenbeweis soll nun angetreten werden. Am kommenden Samstag präsentieren sich Galerien und Institutionen von ihrer Schokoladenseite, Vernissage reiht sich an Vernissage, mancher Teilnehmer hat eigene Programme für den "SaisonstART" entwickelt. So ruft die auf Fotokunst abonnierte und mit einem ambitionierten Zyklus zu August Sander das Jahr über beschäftigte Feroz-Galerie den "Young Collectors Day" für junge Sammler aus.

Im Bonner Kunstverein, der auch Maryanne Amachers "Intelligent Life" und die Mertes-Stipendiaten zeigt, blickt die Videonale in einer Retrospektive auf 30 ereignisreiche Jahre seit der Gründung zurück. Die Galerie Judith Andreae hat Robert Rudigier, Schüler von Kapazitäten wie Günther Förg, Jerry Zeniuk und Pia Fries eingeladen, während der Kunstraum 21 an das 1993 viel zu früh verstorbene Unikum Achim Duchow erinnert, Meister der Ironie und hintergründigen Komik.

Im Künstlerforum präsentiert sich die Bonner Künstlergruppe Semikolon, das Frauenmuseum gibt einen Einblick in ihr aktuelles Programm mit "Single Moms" und Annegret Soltau. Liliane Freiermuth tischt im "Esszimmer - Raum für Kunst" auf, die Penck-Schülerin Andrea C. Hoffer ist in der Galerie Reul zu sehen. "Kunst in der Stadt" hat die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung ihre Dokumentation des Projekts "Stadtkunst Bonn" überschrieben. Die kunstgaleriebonn hat ein Kinderprogramm rund um die Ausstellung "Electric Zinnia Field" arrangiert, auch der Raum für Kunst und Kultur (Einat Amir), der Raum 2810 (Sammelschau "Auf den Punkt") und das "Kunstversorgungsquartier S.Y.L.A.NTENHEIM" sind dabei.

"Große Geister" und "Enthüllung und Verzauberung" hat das Kunstmuseum im Angebot, gegenüber in der Bundeskunsthalle gibt es Kunst der Elfenbeinküste zu bestaunen. Wer das großartige Programm vom "SaisonstART" entspannter genießen will: Hinterm Kunstmuseum starten ab 14 Uhr Shuttle-Touren zu den Stationen der Kunst. Der Kunsttag klingt aus mit einem "Get together" mit Live-Musik im Kunstmuseum. Beginn 19 Uhr.

Weitere Informationen: www.saisonstart-bonn.de