Initiative "Agenda 2030"

Kulturbündnis für Bonn

Neues Bonner Wahrzeichen? Markus Lüpertz' Beethoven-Hommage aus Bronze im Stadtgarten, eine Initiative der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und Grundstein zu einem Skulpturen-Parcours.

Neues Bonner Wahrzeichen? Markus Lüpertz' Beethoven-Hommage aus Bronze im Stadtgarten, eine Initiative der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und Grundstein zu einem Skulpturen-Parcours.

Bonn. Die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V. vereinigt unter dem Motto „Agenda 2030“ Prominenz von Nike Wagner bis Klaus Weise und hat die "Zukunftsfähigkeit" Bonns zum Ziel.

An Köpfen, die sich um Bonns kulturelle Zukunft Gedanken machen, herrscht offensichtlich kein Mangel. Nach der „Initiative für Kultur in Bonn“ und der Gesellschaft der Freunde des Beethoven Orchesters legt nun die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V. ein Papier mit Vorschlägen vor. Motto: „Mehr Kunst und Kultur für Bonn“. „Agenda 2030“ heißt die Projektgruppe, deren Pläne – der Name verrät es – weit über das Beethoven-Jubiläum 2020 und die reine Beethoven-Pflege hinausgehen. Nicht weniger als die „Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit“ der Stadt Bonn hat das Bündnis im Blick.

Die Projektgruppe unter dem Dach des von Walter Smerling geleiteten Stiftungsvereins ist hochkarätig besetzt und breit aufgestellt. Zur Beethovenfraktion gehören Nike Wagner, Leiterin des Beethovenfests, Monika Wulf-Mathies, Kuratoriumsvorsitzende der Beethovenstiftung, und Malte Boecker, Direktor des Beethoven- Hauses. Die U-Musik mit einer Bandbreite von Blues, Pop und Rock bis zum Jazz vertreten die Konzertveranstalter Manuel Banha, Ernst-Ludwig Hartz, Wolfgang Koll, Martin Nötzel und Thomas Kimmerle. Bonns früherer Generalintendant Klaus Weise ist bei „Agenda 2030“ ebenso dabei wie IHK-Chef Wolfgang Grießl, die Galeristin Judith Andreae, der Werbe-Fachmann Martin Schilling sowie Mitglieder aus dem Stiftungsverein.

„Bonn braucht ein Programm gegen Vergreisung.“

„Die Bonner müssen begreifen, dass man Privatinitiative entwickeln muss“, sagte Smerling zur Notwendigkeit von stärkerem Engagement, „Bonn braucht ein Programm gegen Vergreisung.“ Gleich Punkt eins des „Agenda 2030“-Papiers fordert auf, bestehende Kulturinstitutionen von der Oper bis zu den Museen durch privaten Einsatz zu stärken.

Zum Komplex Beethoven: Die Projektgruppe wünscht sich mehr Aktivitäten und Kommunikation auf der Rheinschiene für ein gemeinsames Jubiläum Beethoven 2020; ferner sollen unter dem Stichwort „Ludwig Lumière“ Licht- und Videoinstallationen von Duisburg bis Bonn realisiert werden; schließlich will man in musikalische Ausbildungsstätten investieren und musikalische Aktivitäten für 2020 unterstützen.

Kooperation ist das Schlüsselwort der „Agenda 2030“: Ein spartenübergreifendes Beethoven- und Schumannfest gehören ebenso dazu wie ein internationales Tanzfestival sowie die Bündelung der Ideen für einen geplanten Bonner Zukunftspreis für kulturelle Stadtentwicklung. Die Initiative kann sich „kulturelle Think Tanks“ und regelmäßige Diskussionsforen wie die in den 1990er Jahren von Smerling geleiteten „Bonner Streitgespräche“ vorstellen.

Bestehende Reihen wie die Kunst!Rasen-Konzerte, Jazz- und Popveranstaltungen sollen gestärkt werden. Kunst im öffentlichen Raum ist eine weitere Position im Kultur-Papier: Die von der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. initiierte, mit der Beethoven-Skulptur von Markus Lüpertz im Stadtgarten begonnene Serie soll fortgesetzt werden: Bis 2030 soll jährlich ein Werk hinzukommen.

Von Finanzen ist bei der „Agenda 2030“ nichts zu lesen. Nur so viel: Die Wirtschaft soll stärker eingebunden werden. Die „Agenda“ vertraut offenbar auf die Erfahrungen der Stiftung, der es bislang immer gelungen ist, die nötigen Mittel für die Realisierung ihrer Ideen aufzutreiben.