Bonner Kammerchor

Konzert war dem "Cade la sera" gewidmet

BONN. "Cade la sera", dem anbrechenden Abend, war das Konzert des Bonner Kammerchors gewidmet, der sein Publikum in Sankt Elisabeth mit dem Puccini-Pralinée "O mio Babbino caro" aus "Gianni Schicchi" als Zugabe stimmungsvoll entließ.

Zuvor hatten sich die rund 40 Sängerinnen und Sänger, die in der Ära Peter Henn in die Spitzenklassen der bundesdeutschen Chorszene aufgestiegen sind und nach Philipp Ahmann seit 2012 von Georg Hage geleitet werden, mit dem von Richard Genée angerichteten "Insalata Italiana" einen virtuosen musikalischen Spaß erlaubt, der eigentlich aus nichts weiter besteht, als aus der Aneinanderreihung akustisch bebilderter Fachbegriffe des Genres Oper.

Aus deren Geburtsland Italien war entsprechend auch das übrige Programm gewählt. Im Zentrum standen Monteverdis "Lamento d'Arianna" (aus dem 6. Madrigalbuch), das im seinem letzten Teil die Affekte scharf kontrastieren lässt, sowie "Ave Maria", "Laudi alla Vergine Maria" und "Pater noster" aus Giuseppe Verdis "Quatro pezzi sacri".

Mit Chorwerken von Ildebrando Pizetti macht sich der Bonner Kammerchor zudem für einen hierzulande wenig bekannten Zeitgenossen Respighis stark, dessen "Cade la sera" Hage überirdisch in die Stille entschweben lässt. Mit der für diesen Chor fast schon selbstverständlichen Präzision in Artikulation und Intonation wird gesungen in überzeugend disponierter, weit offener Dynamik.

Einziger Wermutstropfen: Bei Verdi ("Ave" und "Divino Padre") haperte es im synchronen Einsatz der Frauenstimmen ein wenig und bei Pizetti klangen die Tenöre (im solo) etwas dürr. Sonst aber zeichnet sich der Chor durch ein wunderbar homogenes, schlank durchzeichnendes Klangbild aus.