Philharmonischer Chor auf dem Alten Friedhof

Klein, aber fein

Bonn. In der kleinen, aber feinen Kapelle auf dem Alten Friedhof gibt es eine ebensolche Konzertreihe, für die der Philharmonische Chor verantwortlich zeichnet.

Der tritt dann natürlich nicht in großer sinfonischer Besetzung an, sondern verfügt unter anderem für solche Gelegenheiten über einen kleinen, feinen Kammerchor.

Seine Qualität zeigte er unter der Leitung von Paul Krämer in zwei Werken von Johann Sebastian Bach, der Kantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" (BWV 93) und der Motette, "Jesu, meine Freude" (BWV 227).

Die Kantate atmete eine zuversichtliche Leichtigkeit, die Krämer nicht zuletzt durch die Wahl passender Tempi unterstrich. Bemerkenswert: Die Soli in Kantate und Motette wurden durchweg von Chormitgliedern bestritten. Keine Selbstverständlichkeit und eine in diesem Rahmen absolut adäquate Lösung.

Die Motette ließ Krämer rhetorisch differenziert musizieren, ohne jedes Komma über Gebühr semantisch aufzuladen. Hier zeigten sich einmal mehr die unzweifelhaften Qualitäten des Chores, auch wenn an berüchtigten Stellen (zum Beispiel bei "Denn das Gesetz" oder "So aber Christus") mitunter deutlich wurde, wo die Schwierigkeiten dieses Stückes liegen.

Begleitet wurde der Chor vom Cölner Barockorchester, das das Programm zudem um sehr lebendig und feinnervig musizierte Werke von Carl Rosier (Sonata à 5) und Georg Muffat (Concerto grosso g-Moll) bereicherte.