Remigiuskirche

Klangliche Opulenz in der Fastenzeit

BONN. Der Chur Cölnischer Chor hat mit einer ungewöhnlichen Instrumentation aus Klavier und Harmonium in der Remigiuskirche überzeugt.

Ein klares Klangbild bot der Chur Cölnische Chor in der Remigiuskirche: Die Petite Messe Solennelle von Gioacchino Rossini stand unter der Leitung von Heribert Beissel auf dem Programm, die mit opernhafter Leichtigkeit und sakraler Aura das Messrepertoire mit einer sehr individuellen Note bereichert.

Dazu trägt nicht zuletzt die ungewöhnliche Instrumentation mit Klavier und Harmonium bei, die bei der Aufführung in der Remigiuskirche von Christoph Schnackertz und Caroline Roth gespielt wurden. Abgesehen von kleineren Verstimmungen des Harmoniums gestalteten beide Interpreten ihren Part mit Sensibilität und Charme, vor allem Schnackertz setzte im Gloria immer wieder sehr einfühlsame Glanzpunkte.

Der Chur Cölnische Chor gestaltete seinen Part unter Beissels konzisem Dirigat genauso wie die Solisten Anna Lucia Richter (Sopran), Anna Wagner (Alt), Daniel Kim (Tenor) und Sungkon Kim (Bass) souverän; allein die aufgrund ihrer großen Unterzahl deutlich im Nachteil befindlichen Männerstimmen des Chores hätten dringend der Verstärkung bedurft.

Vor der Pause erklang das Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi. Beissel setzte trotz sattem Klangbild präzise Akzente. Die Frauenstimmen des Chores zeigten ein klares, leuchtendes Klangbild, allein Anna Lucia Richter drehte anfangs etwas zu opernhaft auf, lenkte ihre Stimme aber alsbald in Stück und Stil angemessene Bahnen.