Kammermusik beim Rolandseck-Festival: Wie ein perfektes Soufflé

Weit gespannt war der stilistische Bogen beim dritten Abo-Konzert des Rolandseck-Festivals. Begonnen wurde mit einer Triosonate von Johann Sebastian Bach. Gili Schwarzman (Querflöte), Kalev Kuljus (Oboe) und Gilbert Audin (Fagott) spielten, unterstützt von Ohad Ben-Ari am Cembalo, klanglich sehr zurückhaltend und trugen nicht zu dick auf.

Rolandseck. Weit gespannt war der stilistische Bogen beim dritten Abo-Konzert des Rolandseck-Festivals. Begonnen wurde mit einer Triosonate von Johann Sebastian Bach. Gili Schwarzman (Querflöte), Kalev Kuljus (Oboe) und Gilbert Audin (Fagott) spielten, unterstützt von Ohad Ben-Ari am Cembalo, klanglich sehr zurückhaltend und trugen nicht zu dick auf.

Ganz im Gegensatz zu dem stilistischen Gegenpol Bachs am Schluss des Konzertes: Jean Françaix? Sextett für Klavier und Bläser. Hier konnten Schwarzman, Audin, Kuljus, Ben-Ari, die jetzt ein Ensemble mit Chezy Nir (Horn) und Chen Halevi (Klarinette) bildeten, gar nicht dick genug auftragen. Wie auch, wenn Sätze nach Pin-up-Girls benannt sind oder Les petits nerveux heißen. All dies schilderte man sehr farbig und in hervorragender Spiellaune, ein musikalischer Genuss allererster Güte.

Das ließ sich auch von Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenquintett sagen, das Chen Halevi zusammen mit Susanna Yoko Henkel und Christine-Maria Miesen ( Violine), Amihai Grosz (Viola) und Olaf Manninger (Violoncello) spielte. Das Stück zerging wie ein perfektes Soufflé auf der Zunge. Der Kontrast zu dem nach der Pause gespielten Trio für Violine, Horn und Klavier von György Ligeti hätte nicht größer sein können. Guy Braunstein (Violine), Chezy Nir und Yuja Wang (Klavier) spielten mit einer Intensität, die das Stück in den an der Grenze zum Verstummen angesiedelten langsamen Sätzen und in den bis an die Schmerzgrenze gehenden schnellen Sätzen ausreizte.