Künstler hauchen toter Technik neues Leben ein

Das Deutsche Museum Bonn zeigt zu Kunstobjekten verfremdete Hochleistungsrechner

Plittersdorf. (kre) Computerboards, die so genannten Prozessoren, sind notwendig, um Rechner zum Laufen zu bringen. Manchmal werden daraus aber auch Erinnerungsstücke und Kunstobjekte - wie die Computerboards des SUPerREchners für NUMerische Anwendungen (kurz SUPRENUM).

In der Ausstellung "Motherboard - Reinkarnation eines Computerboards" im Deutschen Museum Bonn, haben sich fünf internationale Künstler mit dem Herzstück eines Hochleistungsrechners der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (heute Fraunhofer Institutszentrum Schloss Birlinghoven) auseinandergesetzt.

Der Hochleistungsrechner SUPRENUM war 1990 einer der schnellsten Parallelrechner der Welt. Den fünf Künstlern Doug Fitch (USA), Lars J. Jonsson (Schweden), Giovanna Aguirre (Bolivien), Eva Ohlow (Deutschland) und Kalman Varady (Ungarn) wurden die Boards ohne Vorgaben zur Verfügung gestellt.

Entstanden sind faszinierende Verarbeitungen der Motherboards. Diese wurden zerlegt, begehbar gemacht, zum Fetisch umfunktioniert - toter Technik wurde neues, künstlerisches Leben eingehaucht. Varady etwa ordnete Einzelkomponenten und Kunststoffkörperteile in Form von Reliquienschreinen an.

Mit dieser Ausstellung unternimmt das Deutsche Museum erneut den Versuch, Wissenschaft und Kunst zusammenzubringen. "Der Dialog zwischen zeitgenössischer Forschung und Technik sowie zwischen einzelnen Disziplinen wie der Kunst ist eines unserer Hauptanliegen", erklärte Direktorin Andrea Niehaus.

Für die Ausstellung "Motherboard" arbeitet das Deutsche Museum Bonn mit MultiArt International GmbH zusammen. Als Unterstützer treten die Kunststiftung der Sparkasse Bonn und die Volksbank Bonn auf.

Die Werke sind noch bis zum 28. April im Deutschen Museum Bonn, Ahrstraße 45, täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.