Kammerchor "Vox Bona" in der Kreuzkirche

In höheren Sphären

Karin Freist-Wissing (unten Mitte) und ihr Chor.

Bonn. Vox Bona, dem Kammerchor der Kreuzkirche Bonn, steht eine spannende Woche bevor: nach zwei Konzerten in Oldenburg wird der preisgekrönte Chor am 9. Mai, dem Europatag, gemeinsam mit anderen Chören die Wiener Festwochen eröffnen.

Für das Konzert auf dem Wiener Rathausplatz (dieses wird übrigens bei 3sat übertragen) wurde Vox Bona als die Stimme Deutschlands ausgewählt.

Eine Kostprobe gab der Chor vorab in der Kreuzkirche. In dem Programm "Wie im Himmel - so auf Erden" hatte KMD Karin Freist-Wissing zeitgenössische skandinavische Chormusik unter anderem mit Werken von Bruckner und Rheinberger kombiniert. Den Anfang machte der Chor in doppelchöriger Aufstellung mit "Komm, Jesu, komm" des schwedischen Komponisten Sven-David Sandström. Nach dem teils atonalen Anfang gelang der zweite Teil atmosphärisch dicht und schien in höhere Sphären zu streben.

Mit drei Chorsätzen von Bruckner machte Vox Bona einen Abstecher in die österreichische Romantik, bevor für Rheinbergers "Wie lieblich sind deine Wohnungen" auch die Harfenistin Konstanze Jarczyk zum Chor stieß - kein anderes Instrument wird so sehr mit himmlischen Klängen assoziiert wie die Harfe.

Sprachliches Können zeigte Vox Bona in "Sagastipean" des Basken Javier Busto, das in Euskara gesungen wurde. Mit viel Schwung und sängerisch hervorragender Leistung gelang das volkstümliche Lied, bei dem der Chor auch die verschiedenen Charaktere der drei Abschnitte gut umsetzte. Ein besonderer Kniff war der abschließende Zug durch die Kirche zum Refrain. Hierbei verteilte sich der Chor bereits für das folgende "Immortal Bach" von Knut Nystedt, für das sich der Kammerchor in fünf vierstimmige Chöre aufteilen musste, die in verschiedenen Tempi sangen.

Nach einem wunderbaren Harfensolo von Jarczyk, "The Minstrel's Adieu to his native land" des Walisers John Thomas, wurde noch einmal der Raumklang der Kreuzkirche eingesetzt in Karin Rehnvists "I himmelen".