Trinitatiskirche

In Endenich haben die Brahms-Tage begonnen

BONN. Mit einem romantischen Kern: Natürlich gab es mit der f-Moll-Sonate aus op. 120 für Klarinette und Klavier auch Brahms zur Eröffnung der bis zum 27. Mai währenden Brahms-Tage in der Endenicher Trinitatiskirche.

James Maddox, Spritus rector des kleinen Festivals, hatte diesem Klassiker aber mit August Klughardts Zyklus "Schilflieder" op. 28 für Oboe, Klarinette und Klavier nach Gedichten von Nikolaus Lenau eine echte Rarität an die Seite gegeben.

Diese "Fünf Fantasiestücke" nehmen nicht nur mit ihrer Charakterbezeichnung Bezug auf Schumann, dem man sich in Endenich ja ebenso verpflichtet fühlt.

Die romantischen Naturgedichte Lenaus reflektiert Klughardt (1847-1902) tonmalend in "Lieder ohne Worte". Deren Duktus wunderbar folgend musizierten Tom Owen (Oboe), Matthias Buchholz (Viola) und Maddox (Klavier).

Nicht ganz so ausdrucksstark wurde die Brahms-Sonate realisiert. Der Klarinettist Robert Oberaigner legte das Werk in den ersten beiden Sätzen etwas zu verträumt an. Die nachfolgenden Sätze zeichneten sich durch größere Ausgewogenheit aus.

Eingerahmt wurde dieser romantische Kern von Prokofieffs Violin-Sonate f-Moll op. 80 und seinem Quintett g-Moll op. 39 für Oboe, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass in differenzierender Lesart durch - neben den bisher Genannten - José Maria Blumenschein (Violine) und Nerea Rodriguez (Kontrabass).