Pantheon Casino in Bonn

"Hot Dog": Auf den Hund gekommen

Beate Bohr mit ihrem cleveren Mischlingshund "Sportsfreund" im Pantheon Casino. FOTO: KOELSCH

Beate Bohr mit ihrem cleveren Mischlingshund "Sportsfreund" im Pantheon Casino.

BONN. Wer seinen Hund "Sportsfreund" nennt, hat bereits einen dicken Sympathiepunkt auf dem Konto. Die erfrischend unkonventionelle Namensgebung erinnert an den Bernhardiner "Bootsmann" aus Astrid Lindgrens "Ferien auf Saltkrokan".

Die Kölner Schauspielerin Beate Bohr hat ihren neunjährigen Mischling (ein putziges Potpourri aus Labrador, Berner Sennenhund und Border Collie) also "Sportsfreund" genannt, was sie höchstens bei Waldspaziergängen bereut - denn da drehen sich regelmäßig Jogger um, wenn sie ihren Vierbeiner ruft.

Sportsfreund ist der heimliche Star in Beate Bohrs ebenso originellem wie hinreißend komischem Programm "Hot Dog", das folglich recht kaltschnäuzig daherkommt und jetzt im Pantheon Casino zu erleben war. Die auch aus der Kölner Stunksitzung und Pink Punk Pantheon bekannte Künstlerin gibt mit umwerfendem Charme und erquickender Spiellaune eine emotional ziemlich divergent aufgestellte Frau exakt drei Wochen nach der Scheidung.

Nach dem trotzig hochgereckten Sektglas greift sie zu einem Strick und zu einer Überdosis Tabletten. Wie gut, dass die Suizidversuche misslingen - noch besser, dass der Besuch im Tierheim ihr einen neuen Gefährten beschert.

"Sportsfreund war der Letzte, der im Tierheim übrig war, sozusagen ein Auslaufmodell", bemerkt die attraktive Singlefrau abgeklärt. Und: "So richtig schön ist er ja nicht." Aber Sportsfreunds Gehirnleistung endet keineswegs beim Dreiklang "Fressen, Schlafen, Stöckchen". Er macht sich auch so seine Gedanken, die Bohrs Bühnenpartner Roland Griem hinter einem Vorhang spricht: "Alleinstehende Frauen sind die schlimmsten", hat Sportsfreund herausgefunden, "ich möchte wenigstens ein Mal zu 'ner normalen!"

Was folgt, ist ein äußerst amüsanter Streifzug durch das Leben dieser frustrierten Singlefrau, inklusive Hundeschule und jeder Menge Blind Dates. Unter den potenziellen Partnern befinden sich etwa ein aerodynamikbesessener Kampfradler und ein Esoteriker, der sich für Kleopatras Katze hält.

Süchtig nach Geld und Anglizismen

Wie Beate Bohr sich in eine abgezockte Businessbitch namens Jill verwandelt, die süchtig nach Geld, Anglizismen, Einfluss (und wohl auch Ausfluss) ist, wie sie zu einer Prollperle mit Pitbull mutiert - das ist superbes Typenkabarett. Und ihr Hund ist ein Naturtalent. Sportsfreund schäkert zwischen den Stuhlreihen mit dem Publikum, erklimmt dramaturgisch stimmig die Bühne. Alleinstehende Frauen sind eben doch die besten.